Author Topic: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge  (Read 138094 times)

Christof

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #550 on: June 30, 2015, 04:09:42 PM »
Oh Schreck, der DAX ist auf dem Stand von vor vier Monaten!

LennStar

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #551 on: July 01, 2015, 04:24:28 AM »
Und an allem sind nur die Griechen Schuld, die es mit echter Demokratie versuchen, statt mit einer marktkonformen, wie es Merkel sagte!!

DaKini

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #552 on: July 01, 2015, 10:19:55 AM »
:D

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #553 on: July 02, 2015, 01:14:10 AM »
... eigentlich sehr cool, dass hier nicht die übliche Panik ausbricht.  Hatte heute eine Mail von der consorsbank im Postfach: Der DAX fällt,  fallen sie nicht!

Panik? Wegen was?                      Griechenland?

Wie groß die Auswirkung einer potentiellen Staatspleite eines Euroaustritts (oder die verschiedenen Schattierungen dazwischen, wie Parallelwährung usw.) ist, kann ich nicht abschätzen. Es ist für Europa (den europäischen [Ver-]Einigungsprozess) sicher nicht so toll, wenn das passiert. Aber die direkten Auswirkungen auf meine Zukunft halte ich für gering. Evtl. erkenne ich aber nicht die Tragweite der Situation.

Seit 5 Jahren drehen wir uns auf europäischer Ebene mehr oder weniger nur um ein Thema: 'Antimustachianism bei Nationalstaaten'.
5 Jahre, in denen wichtige, zukunftsträchtige Entscheidungen verhindert oder zumindest verzögert wurden.
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Lyssa

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #554 on: July 02, 2015, 12:10:13 PM »
... eigentlich sehr cool, dass hier nicht die übliche Panik ausbricht.  Hatte heute eine Mail von der consorsbank im Postfach: Der DAX fällt,  fallen sie nicht!

Panik? Wegen was?                      Griechenland?

Wie groß die Auswirkung einer potentiellen Staatspleite eines Euroaustritts (oder die verschiedenen Schattierungen dazwischen, wie Parallelwährung usw.) ist, kann ich nicht abschätzen. Es ist für Europa (den europäischen [Ver-]Einigungsprozess) sicher nicht so toll, wenn das passiert. Aber die direkten Auswirkungen auf meine Zukunft halte ich für gering. Evtl. erkenne ich aber nicht die Tragweite der Situation.

Seit 5 Jahren drehen wir uns auf europäischer Ebene mehr oder weniger nur um ein Thema: 'Antimustachianism bei Nationalstaaten'.
5 Jahre, in denen wichtige, zukunftsträchtige Entscheidungen verhindert oder zumindest verzögert wurden.

Richtig. Und deshalb wäre ein Grexit für den Einigungsprozess nur gut. "Wir tun einfach mal so, als ob Griechenland wettbewerbsfähig und reif für eine harte Währung wäre und dann wird es irgendwann automatisch wahr werden..." war nicht die beste "Strategie"...

Schuldenschnitt gegen Austritt aus dem Euro. Fairer Deal für alle. Unsere Kasper können dann zerknirscht einräumen, dass sie unser Geld versenkt haben und die griechischen Kasper können schauen, wie sie die demokratisch gewählten Wohltaten finanzieren. Wie jede andere Regierung auch.

LennStar

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #555 on: July 03, 2015, 10:56:22 AM »
und die griechischen Kasper können schauen, wie sie die demokratisch gewählten Wohltaten finanzieren. Wie jede andere Regierung auch.
Der Witz ist ja, dass Griechenland vor der Bankenrettung trotz Korruption, fehlendem Katasteramt, hohen Renten, faulen Beamten, steuerbegünstigten Reedern und Inseln trotzdem besser da stand als Deutschland, sowohl bei Schulden als auch Wirtschaftswachstum.
Tja, und dann mussten europäische, vor allem deutsche, Banken vor dem Investorenrisiko gerettet werden.

Während 78% (andere setzen noch höhere Zahlen an) der "Hilfs"gelder gleich wieder ins Ausland flossen, muss Griechenland die ganze Summe zurückzahlen (zumindest theoretisch, mal sehen), einschließlich Zinsen (bisher allein an D 600.000€).
Wenn jetzt Griechenland nur für das Geld zahlen müsste, dass im Land geblieben ist, wären sie auch heute wieder im Plus (oder zumindest sehr nah dran). Und das trotz deutlich höherer %-Sätze auf den Kapitaldienst als Deutschland. Das Vorbild Deutschland wäre ohne die Niedrigzinsen, die es dank der Probleme der anderen Länder hat, sowie den Investitionsweigerungen noch deutlich von der schwarzen Null weg.

Lyssa

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #556 on: July 04, 2015, 01:27:18 AM »
und die griechischen Kasper können schauen, wie sie die demokratisch gewählten Wohltaten finanzieren. Wie jede andere Regierung auch.
Der Witz ist ja, dass Griechenland vor der Bankenrettung trotz Korruption, fehlendem Katasteramt, hohen Renten, faulen Beamten, steuerbegünstigten Reedern und Inseln trotzdem besser da stand als Deutschland, sowohl bei Schulden als auch Wirtschaftswachstum.
Tja, und dann mussten europäische, vor allem deutsche, Banken vor dem Investorenrisiko gerettet werden.

Während 78% (andere setzen noch höhere Zahlen an) der "Hilfs"gelder gleich wieder ins Ausland flossen, muss Griechenland die ganze Summe zurückzahlen (zumindest theoretisch, mal sehen), einschließlich Zinsen (bisher allein an D 600.000€).
Wenn jetzt Griechenland nur für das Geld zahlen müsste, dass im Land geblieben ist, wären sie auch heute wieder im Plus (oder zumindest sehr nah dran). Und das trotz deutlich höherer %-Sätze auf den Kapitaldienst als Deutschland. Das Vorbild Deutschland wäre ohne die Niedrigzinsen, die es dank der Probleme der anderen Länder hat, sowie den Investitionsweigerungen noch deutlich von der schwarzen Null weg.

Griechenland hat sich vor seiner 'Rettung' mit billigem Geld vollgesaugt, in manchen Jahren in zweistelliger Höhe des BIP. Damit stand es sicher nicht besser da als Deutschland. Und das Geld wurde damals natürlich in Griechenland und für die Griechen ausgegeben. Wenn ein Verwandter von mir überall anschreiben lassen und ich für ihn bezahlen würde weil ich sonst um den Ruf unseres gemeinsamen Nachnamens fürchte, dann hätte ich natürlich auch die Gläubiger 'gerettet'. Dennoch wäre es reichlich unverschämt wenn dann besagter Verwandter nochmal den gleichen Betrag verlangen würde, mit dem Argument, er habe von dem Geld ja noch nichts gesehen...

Besonders unverschämt ist das übrigens gegenüber den Helfern, deren Lebensstandard niedriger ist als in Griechenland, was nur deshalb nicht als 'humanitäre Katastrophe' empfunden wird, weil sich die Menschen nie an einen höheren Standard gewöhnt haben. Warum pflegen denn Frauen aus Polen und dem Baltikum alte Deutsche? Während ihre Männer oder Söhne als Erntehelfer oder Bauarbeiter kommen? Gibt es einen ähnlichen Transfer aus Griechenland? Nicht, dass ich wüsste...

Die Kapitalflucht war eine riesen Sauerei. Geduldet von Syriza und der Vorgängerregierung, finanziert durch die EZB.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #557 on: July 05, 2015, 05:02:32 AM »
Hallo liebes Forum,

ich habe mir heute mal wieder meine finanzielle Gesamtentwicklung angeschaut und bin einigermaßen zufrieden, würde aber das ganze schon gern noch etwas pimpen. In diesem Zusammenhang hat sich für mich die Frage ergeben, ob ich meine Edelmetalle (teilweise) abstoßen sollte und die Erlöse in Aktien-ETF umschichte. Was meint ihr dazu?

Warum habe ich Edelmetalle (vornehml. Gold) gekauft? Eurokrise, dunkle Zeiten, Schwarzseherei. Es war ganz klar Spekulation (An dieser Stelle beantwortet sich die oben gestellte Frage eigentlich von selbst - ich wünsche mir wohl nur eine Bestätigung durch euch *Bias Bias Bias*). Gekauft im Zeitraum von 2009-2011.

Wie groß ist die Position? Ca. 25% meines Gesamtportfolios

Wo stehe ich auf meiner FI Reise? Im 2. von voraussichtl. 10 Jahren.

Würde ich jetzt nochmal Gold kaufen? Nein, jedes Surplus fließt in Aktien-ETF (damit möchte ich den relativen Anteil meiner Edelmetalle automatisch senken).

Wie viel Gold haltet ihr (wenn überhaupt)? Und nebenbei, ja, ich weiß, dass diese Gold-Diskussion schon ewig alt ist...;)


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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #558 on: July 05, 2015, 12:34:46 PM »
Hallo liebes Forum,

ich habe mir heute mal wieder meine finanzielle Gesamtentwicklung angeschaut und bin einigermaßen zufrieden, würde aber das ganze schon gern noch etwas pimpen. In diesem Zusammenhang hat sich für mich die Frage ergeben, ob ich meine Edelmetalle (teilweise) abstoßen sollte und die Erlöse in Aktien-ETF umschichte. Was meint ihr dazu?
Ja!
Warum habe ich Edelmetalle (vornehml. Gold) gekauft? Eurokrise, dunkle Zeiten, Schwarzseherei. Es war ganz klar Spekulation (An dieser Stelle beantwortet sich die oben gestellte Frage eigentlich von selbst - ich wünsche mir wohl nur eine Bestätigung durch euch *Bias Bias Bias*). Gekauft im Zeitraum von 2009-2011.
Erm.
Wie groß ist die Position? Ca. 25% meines Gesamtportfolios
o.o
Wo stehe ich auf meiner FI Reise? Im 2. von voraussichtl. 10 Jahren.
Klingt gut!
Würde ich jetzt nochmal Gold kaufen? Nein, jedes Surplus fließt in Aktien-ETF (damit möchte ich den relativen Anteil meiner Edelmetalle automatisch senken).
Klingt gut!
Wie viel Gold haltet ihr (wenn überhaupt)? Und nebenbei, ja, ich weiß, dass diese Gold-Diskussion schon ewig alt ist...;)
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #559 on: July 09, 2015, 02:57:25 PM »
Hallo.
Ich bin nach einiger Lektüre von MMM, diesem Thread und ein bisschen Literatur auf der Suche nach dem richtigen ETF. Am liebsten wäre mir ein Ausschütter, am besten noch teilrepliziered mit Domizil Deutschland der etwas großes wie den MSCI World nachbildet. Der Plan war dann langfristig darauf zu sparen, eventuell nach einiger Zeit noch einen EM ETF zunehmen.Nach Durchforstung von JustETF habe ich meine gewünschte Kombination aber nirgends gefunden.

Deshalb wollte ich hier mal anfragen: Gibt es sowas überhaupt, oder muss da ein Kompromiss eingegangen werden?

Und falls ja, wo sollte da am einfachsten der Abschlag getan werden? Steuereinfachheit ist mir zum Beispiel wirklich wichtig.
Ich hätte z.B. den hier im Auge ISIN FR0010315770 . Er ist leider französisch und swapper, scheint aber sonst zu passen. Gäbe es sonst etwas an ihm auszusetzen? Oder habt ihr ein paar gute Vorschläge für jemand, der sich zwar ins Thema eingelesen hat, aber noch etwas kalte Füße hat, weil die praktische Erfahrung mit ETFs fehlt.

Ansonsten ist der Thread super informativ und hat mich ziemlich motiviert, mich stärker mit dem Thema zu befassen.

Perpetuummobile

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #560 on: July 14, 2015, 02:15:02 PM »
Ich bin jetzt in meinem 4,5 Jahr von wahrscheinlich 10 auf dem weg zu FI.

Derzeit baue ich mein ETF-"Nest-Egg" auf und möchte in vier Jahren 200K drin haben. Das bedeutet es werden automatisch per comdirekt Wertpapiersparplan 750€ pro Woche an folgenden ETFs gekauft:

ETF012   COMSTAGE-S+P 500 U.ETF I (S&P500)                        262,50€   35,00%   
ETF001   COMST.-DAX TR UCITS ETF I (DAX 30)                        150,00€   20,00%   
A1KB2D   ISHS.VI-MSCI W.M.V.UTS DZ (MSCI World Low Volatility)  112,50€   15,00%   
ETF060   CS.-STX.EU.600 NR U.ETF I   c (Eurostoxx 600)                    112,50€   15,00%   
A0RFED   ISHSIII-GL.I.L.G.BD UE DZ   (Global Bonds)                        112,50€   15,00%

Warum die Aufteilung? Naja, gute Streuung. Nur Blue Chips. Etwas Bonds wegen der geringeren Volatilität. Werde es sicherlich im Laufe der Jahre anpassen in Richtung etwas weniger Volatilität. Habe auch mit dem Gedanken gespielt einen breiteren MSCI World zunehmen.

Vielleicht hilft es bei der Orientierung. :)   

dachs

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #561 on: July 14, 2015, 02:52:41 PM »
Nur mal aus Interesse: Wenn du 200 000€ in 4 Jahren haben willst und jetzt schon in Jahr 4,5 bist, dann ist das ja mehr oder weniger dein "End"kontostand. Wenn man jetzt mal von der berüchtigten 4%-Regel ausgeht, dann lebst du von 8000€ im Jahr, bzw 667€ pro Jahr? Und da hast du ja noch gar keine Steuern auf die Erträge gezahlt, also eher 6000€ pro Jahr.

Und ich verstehe auch nicht, warum du den Dax so hoch gewichtest, zumal die Werte ja auch im Eurostoxx 600 drin sind.

brainfart

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #562 on: July 14, 2015, 11:01:29 PM »
Wenn zumindest ein Teil der momentan 4*750€ auch weiterhin fliessen wird (Mieteinnahmen?) oder weitere Einnahmen wie Rente, Immobilienverkauf, Halbtagsjob hinzukommen dann kann es reichen.

Die Asset Allocation hätte ich jetzt auch nicht so gewählt, aber das ist 1) Ansichtssache und 2) erst im Nachhinein zu bewerten. Hinterher ist jeder schlauer.

Änderungen der AA sind natürlich kostspielig, ich persönlich würde jetzt meine AA anpassen, meine Basis verbreitern und nur noch bestimmte ETFs besparen bzw. noch was dazunehmen. Bei über 2000€/Monat Anlagesumme kann man Direktkäufe in Betracht ziehen, so ein Sparplan kostet ja üblicherweise auch Gebühren.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #563 on: July 15, 2015, 12:20:09 AM »
Wir brauchen ca. 600k. 200K sind nur ETFs. 300K wird für eine Wohnung ausgegeben. Dann 25K cash Puffer und alles was bleibt vermutlich weiter in ETFs.

Sparplan bei Comdirekt kostet 0€. Käufte der ETFs kosten nichts (spezielle Aktion). Direktkaufe dagegen Kosten Gebühren.

Die Höhe Gewichtung des DAX sehe ich auch nicht als optimal. Mal sehen werde im Laufe der Zeit vielleicht Anpassungen treffen.
« Last Edit: July 15, 2015, 10:33:19 AM by Perpetuummobile »

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #564 on: July 15, 2015, 12:32:36 AM »
Der Sparplan bei der Diba ist auch gratis.

Unsere Aufteilung ist wie folgt
50% MSCI World
25% USA
10% EU
7% Asien
5% Emerging
3% DE

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #565 on: July 15, 2015, 01:20:28 AM »
Vielen Dank für das Feedback. Ich hätte noch eine Frage wegen den Aufteilungen. Wenn ich z.B. MSCI World (EM mal aussen vorgelassen) habe und gleichzeitig EuroStoxx oder S&P ETFs überschneidet sich das doch und überbewertet eine Region im Gesamtportfolio da ja im MSCI World z.B. schon 50% US-basiert ist, oder? Wenn mein Ziel aber eine relativ breite Streuung ist, wäre dann ein Anlegen auf nur einen ETF für MSCI World (+EM) oder ähnliches hier nicht exakter und einfacher? Gleichzeitig habe ich auch auf einigen Seiten gelesen, dass die Anzahl der Gesamt-ETFs eigentlich egal ist, solange man eine marktbreite Streuung hat. Gibt es irgendwelche Argumente gegen die Anlage des gesamten ETF-Portfolios in nur 1 oder 2 marktbreite ETFs mit ausreichend großer Auflage?
Irgendwie habe ich auch noch ein wenig Skepsis für den Einstieg in ETFS wegen der derzeit hohen Kurse, obwohl ich vorhabe regelmäßig darauf zu sparen und ich eigentlich Markttiming gar nicht versuchen will. Gibt es denn einen fundierten Grund jetzt nicht einzusteigen?
Und wie schafft man es in Deutschland 750 Euro in der Woche zu sparen? Vielleicht sollte ich ja doch noch stärker an einem Karrieresprung arbeiten.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #566 on: July 15, 2015, 02:51:37 AM »
Die 50% MSCI World sind einfach als Grundfundament für mein Portfolio zu sehen. Mir ist vollkommen klar, dass ich damit keine grundsätzlich weitere Streuung erreiche.
Die mal außen vorgelassen bin ich bei
50% USA
20% EU
14% AP
10% EM
6% DE

Weswegen mache ich das dann? Ich rechne damit, dass ich am Rand minimal mehr Streuung in dem MSCI world habe als wenn ich nur die 5 oben genannten ETFs hätte.

Ich denke auch das die Anzahl ETFs unterm Strich egal ist. Wichtig ist breite Streuung und dass du es nicht übermäßig verkomplizierst.

dachs

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #567 on: July 15, 2015, 02:58:04 AM »
Letztendlich kann man sein Portfolio ja beliebig komplex aufbauen. Ob es was bringt ist halt eine andere Frage. Ich hatte damals das Portfolio von Kommer angeschaut und für mich eine vereinfachte Version davon ausgewählt. Hier mal das Portfolio, wenn es euch interessiert: https://www.justetf.com/de/public-portfolio-profile.html?publicPortfolioId=15406926

Zur Zeit wäre ich aber mit einem 70% MSCI World 30% MSCI Emerging Markets besser gefahren ;) Das hängt aber wohl auch stark mit dem relativ schwächeren Euro zusammen.

Meiner Meinung nach sollte man sich die ETFs auch auf jeden Fall aus steuerlicher Sicht anschauen. Bei ausländischen thesaurierenden ist das angeblich eher kompliziert. Werde demnächst mal zu einem Steuerberater gehen, der sich damit auskennt.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #568 on: July 15, 2015, 03:24:39 AM »
Meiner Meinung nach sollte man sich die ETFs auch auf jeden Fall aus steuerlicher Sicht anschauen. Bei ausländischen thesaurierenden ist das angeblich eher kompliziert. Werde demnächst mal zu einem Steuerberater gehen, der sich damit auskennt.
Eine Bekannte von mir ist Steuerberaterin (zwar überwiegend für Firmen), sie wusste von dieser ganzen Problematik überhaupt nichts und hat das als unproblematisch dargestellt.
Auch der Hinweis von der Bank dass einige Abschlüsse noch nicht vorlagen hat sie einfach abgetan nach dem Motto, das interessiert uns nie, wir tragen nur das ein was die Bank uns mitteilt. xD

Was ich damit sagen will, vielleicht machen wir uns an der Stelle mehr sorgen als wir müssten.
« Last Edit: July 15, 2015, 03:26:24 AM by FliXFantatier »

LennStar

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #569 on: July 15, 2015, 03:35:56 AM »
Wenn mein Ziel aber eine relativ breite Streuung ist, wäre dann ein Anlegen auf nur einen ETF für MSCI World (+EM) oder ähnliches hier nicht exakter und einfacher? Gleichzeitig habe ich auch auf einigen Seiten gelesen, dass die Anzahl der Gesamt-ETFs eigentlich egal ist, solange man eine marktbreite Streuung hat.

Und wie schafft man es in Deutschland 750 Euro in der Woche zu sparen? Vielleicht sollte ich ja doch noch stärker an einem Karrieresprung arbeiten.

Generell stimmt es, dass man mit einem weltweiten Fond, der ein paar hundert Unternehmen beinhaltet, breit genug gestreut ist. Allerdings sind das dann auch ausschließlich Dinos. Manuell ein paar Tausender z.B. in einen MDAX ETF zu stecken um von den (zumindest in der Vergangenheit) besseren Kursentwicklung zu profitieren ist eine Überlegung wert. Genauso kann man sich überlegen, ob man augenscheinlich günstige Gelegenheiten wahrnimmt, selektiv zu investieren. Momentan ist z.B. die chinesische Börse total abgestürzt (mehr als 30%). Das könnte eine gute Invesition sein - aber da müsste man erst mal sehen wie groß die Blase vorher war und natürlich ist wichtig, wie sich China entwickelt. Aber günstig kaufen ist immer eine Überlegung wert.

Was die 750€ Sparrate angeht, eigentlich ganz einfach: Einen deutschen Durchschnittsverdienst (33.000€ = ~2000 netto/Monat) und leben wie Hartz4 (800€ Ausgaben/Monat für alles). Dann kannst du locker 1000€ sparen.
Natürlich ist der Durchschnittsverdienst nicht der Median, der lag nur bei etwas über 20.000€, die ganzen Vielverdiener heben den Durchschnitt hoch - und dabei sind Einkommen über 100.000€ da nicht mal drin. Aber selbst mit dem Median kannst du 750€ Ansparrate grad so schaffen.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #570 on: July 15, 2015, 04:21:50 AM »
Wenn mein Ziel aber eine relativ breite Streuung ist, wäre dann ein Anlegen auf nur einen ETF für MSCI World (+EM) oder ähnliches hier nicht exakter und einfacher? Gleichzeitig habe ich auch auf einigen Seiten gelesen, dass die Anzahl der Gesamt-ETFs eigentlich egal ist, solange man eine marktbreite Streuung hat.

Und wie schafft man es in Deutschland 750 Euro in der Woche zu sparen? Vielleicht sollte ich ja doch noch stärker an einem Karrieresprung arbeiten.

Generell stimmt es, dass man mit einem weltweiten Fond, der ein paar hundert Unternehmen beinhaltet, breit genug gestreut ist. Allerdings sind das dann auch ausschließlich Dinos. Manuell ein paar Tausender z.B. in einen MDAX ETF zu stecken um von den (zumindest in der Vergangenheit) besseren Kursentwicklung zu profitieren ist eine Überlegung wert. Genauso kann man sich überlegen, ob man augenscheinlich günstige Gelegenheiten wahrnimmt, selektiv zu investieren. Momentan ist z.B. die chinesische Börse total abgestürzt (mehr als 30%). Das könnte eine gute Invesition sein - aber da müsste man erst mal sehen wie groß die Blase vorher war und natürlich ist wichtig, wie sich China entwickelt. Aber günstig kaufen ist immer eine Überlegung wert.

Was die 750€ Sparrate angeht, eigentlich ganz einfach: Einen deutschen Durchschnittsverdienst (33.000€ = ~2000 netto/Monat) und leben wie Hartz4 (800€ Ausgaben/Monat für alles). Dann kannst du locker 1000€ sparen.
Natürlich ist der Durchschnittsverdienst nicht der Median, der lag nur bei etwas über 20.000€, die ganzen Vielverdiener heben den Durchschnitt hoch - und dabei sind Einkommen über 100.000€ da nicht mal drin. Aber selbst mit dem Median kannst du 750€ Ansparrate grad so schaffen.
Perpetuummobile spart 750€ pro Woche! ;)
Das ist schon sportlich.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #571 on: July 15, 2015, 05:38:01 AM »
Geht aber auch, wenn zwei Verdiener da sind. 4000€ Netto (jeder 2000) und von 1000€ leben. Sehr sportlich, aber möglich ;) Aber da man nach FI ja so weiterleben müsste, wäre das eher nichts für mich.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #572 on: July 15, 2015, 05:40:12 AM »
Geht aber auch, wenn zwei Verdiener da sind. 4000€ Netto (jeder 2000) und von 1000€ leben. Sehr sportlich, aber möglich ;) Aber da man nach FI ja so weiterleben müsste, wäre das eher nichts für mich.
Nicht in München wenn sie Miete zahlen müssen. ;p

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #573 on: July 15, 2015, 07:33:05 AM »
Quote
Was ich damit sagen will, vielleicht machen wir uns an der Stelle mehr sorgen als wir müssten.
Das glaube ich auch. Mein Finanzamt sagte ebenfalls,  ich solle in der Anlage KAP alles so angeben, wie es die Bankbescheinigung vorgibt.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #574 on: July 15, 2015, 07:46:36 AM »
Wir arbeiten zu zweit Vollzeit. Da kommt viel zusammen. Unsere Sparquote liegt > 60%. Auch im München muss man sich nicht unbedingt mit der Miete verausgaben (Genossenschaftswohnungen). Darüberhinaus fließt noch Geld in Festgeld. Auch wenn das wenig bringt... Meine Frau ist Risikoavers.

Was die Kapitalerträge später angeht vermute ich mal, dass wir alle pauschal angeführten KAPErtrage von FA zurückbekommen. Schließlich würden wir mit Kindern einen Steuerfreibetrag von mehr als 24K haben und mehr brauchen wir nicht zum Leben in einer eigenen Wohnung.

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« Reply #575 on: July 15, 2015, 07:51:20 AM »
Wir arbeiten zu zweit Vollzeit. Da kommt viel zusammen. Unsere Sparquote liegt > 60%. Auch im München muss man sich nicht unbedingt mit der Miete verausgaben (Genossenschaftswohnungen). Darüberhinaus fließt noch Geld in Festgeld. Auch wenn das wenig bringt... Meine Frau ist Risikoavers.

Was die Kapitalerträge später angeht vermute ich mal, dass wir alle pauschal angeführten KAPErtrage von FA zurückbekommen. Schließlich würden wir mit Kindern einen Steuerfreibetrag von mehr als 24K haben und mehr brauchen wir nicht zum Leben in einer eigenen Wohnung.
We obviously have to step up our game.
2 earners and investment rate of ~50% with only 2200€ invested per month. :p
Leider (noch) keine Genossenschaftswohnung...

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #576 on: July 15, 2015, 12:46:53 PM »
Zwei Vollverdiener waren wir auch, bis Ende April. Seitdem sind wir zu dritt, unsere Tochter ist mir mehr wert als alles Geld der Welt.

Wir haben in 2012 und 2013 richtig gespart, 2014 und 2015 haben wir ne Menge am Haus getan (Dachgeschoss isoliert [selber], neue Dachflächenfenster gekauft, aus einem großen Zimmer zwei Kinderzimmer gemacht, eine neue Gastherme gekauft [die alte war von 1987] und neue Türen im Haus. Gesamtkosten von ca. 20k€ in knapp 12 Monaten. Gilt das als Sparen?
Den Wert des Hauses habe ich in meiner Kalkulation gleich gelassen.
So komme ich in den letzten 12 Monaten auf eine Sparquote von 3,8%.
« Last Edit: July 15, 2015, 12:51:04 PM by SMP »
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« Reply #577 on: July 15, 2015, 01:24:16 PM »
Naja, gerade bei der Gastherme müsstest du die jährliche Einsparung ja relativ einfach ausrechnen können. Und den Preis dafür könntest du meiner Meinung nach auch auf den Hauspreis draufschlagen ;)

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #578 on: July 15, 2015, 02:53:07 PM »
Aber dann auch fair abschreiben... :)
@perpetuum, was arbeitet ihr?

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #579 on: July 15, 2015, 03:16:11 PM »
> Wir brauchen ca. 600k. 200K sind nur ETFs. 300K wird für eine Wohnung ausgegeben. Dann 25K cash Puffer und alles
> was bleibt vermutlich weiter in ETFs.

Autsch. Das finde ich sehr mutig. Die 300K für die Wohnung sind fest gebunden und damit nicht investiert. Immobilie = immobil! Gut, man spart sich die Miete. Oder soll die Wohnung verkauft werden? Sind vielleicht noch Erbschaften zu erwarten?

Bleiben ca. 300K investiertes Kapital, AA 90:10.  4% von 300k wären 12K/Jahr. Ich denke, für .de sollte man eher von einer 3% SWR ausgehen.

Ist es erstrebenswert, auf Hartz4-Niveau in Rente zu gehen? AA 90:10 bedeutet, beim nächsten Crash gehts heftig runter, wenn die 25K weg sind muss man an die Substanz, die gerade dann nicht mehr viel wert ist. So eine Erholung vom Crash geht mal locker 5, 6 Jahre, ohne neues Kapital, das investiert werden kann ist man erst nach dieser Zeit wieder auf+/- Null wenn man nichts entnimmt.

Gürtel enger schnallen wird nicht gehen, wo soll man da noch Ausgaben einsparen können?

Also ich rechne nicht so knapp, ich möchte im Ruhestand z.B. auch mal nett reisen. Solange man arbeitet kommt man eher nicht auf teure Freizeitideen (die Zeit hab ich gar nicht), aber als "Rentner" wird sich das sicher ändern.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #580 on: July 16, 2015, 01:26:02 AM »
Wir brauchen ca. 600k. 200K sind nur ETFs. 300K wird für eine Wohnung ausgegeben. Dann 25K cash Puffer und alles was bleibt vermutlich weiter in ETFs.

Finde eure Sparquote sehr sportlich,  wenn ihr in München für Google, BMW oder Co. arbeitet (in guten bis sehr guten Posit6ionen), bleibt da sicherlich noch was übrig.
Aber gerade wenn man FI ist, macht es dann nocht Sinn, in München zu wohnen? Oder wollt ihr die Wohnung in München kaufen, renovieren/sanieren und dann vermieten und davon dann günstiger (Land/kleinere Stadt/ Ostdeutschland) wohnen.
Wenn FI heißt, dass ihr weiter arbeitet (halbtags oder Saisonweise) ist es in der Tat möglich, so schnell FI zu sein.

Ich arbeite zur Zeit daran, dass Haus schneller abzuzahlen, kann aber nur 6k€ im Jahr sondertilgen.
Ein weiterer Teil geht für Renovierungen drauf, und der Rest wird erstmal (stupide) auf mehreren (Tagesgeld-)Konten gespart, bis klar ist, wie es mit dem Beruf bei meiner Frau weitergeht. Mein Ziel sind ca. 15 Jahre bis FIRE, dann wäre ich Mitte/Ende Vierzig.
Da ich aber noch Renteeinkünfe (ab 67) und Altersvorsorge (Entgeltumwandlung) habe, muss ich mal gucken, wann ich wie FIRE bin, evlt. reduziere ich vorher meine Stundenanzahl, oder sattele um.

Klar ist für mich, dass ich schon was von der Welt sehen will (sowohl jetzt als auch wenn FIRE), und nicht auf Hartz4-Niveau leben will.
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #581 on: July 16, 2015, 02:31:02 AM »
Auf Hartz IV Niveau könnten wir doch praktisch alle jetzt schon FIRE'n. ;)

Perpetuummobile

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #582 on: July 16, 2015, 10:49:36 AM »
Wir sind beide festangestellte Softwareentwickler bei Beraterfirmen. Also nix BMW und Co. zusammen kommen 110k Brutto pro Jahr. Das sind durchschnittliche Gehälter in der IT.

Wir haben aber das gleiche Ziel und waren schon immer sparsam. Uns reichen 1600-1800€ pro Monat. Ein wesentlicher Teil davon ist natürlich die Miete.

600k ist knapp. Für uns ist aber FI erreicht wenn wir Halb oder Saisonweise oder einfach was anderes arbeiten können als IT. IT ist sehr trocken, der Kopf abends kaputt. Deshalb möchten wir zumindest teilweise raus bevor wir 40 sind.
Fur jetzt ist es ideal um Geld zu pumpen/speichern. Aus München ziehen wir natürlich weg.  Für 300k bekommt man hier nur Schrott.

Erbschaft ist fast nichts zu erwarten. Alles was wir jetzt haben haben wir selbst erarbeitet. Durch die weitere Arbeit wird das Kapital wahrscheinlich langsam steigen. Jetzt gilt es schnell eine gute Basis zu bilden. Wir sind jetzt 32. Die Rushhour beginnt. Lange bleiben wir hoffentlich nicht drin. :)

Gibt es hier schon Leute aus Ger die FI erreicht haben oder kurz davor stehen?


dachs

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #583 on: July 16, 2015, 12:08:49 PM »
Auf Hartz IV Niveau könnten wir doch praktisch alle jetzt schon FIRE'n. ;)

Naja, ob man das retirement nennen kann, wenn man sich mit dem Jobcenter rumärgern muss... ;)

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #584 on: July 16, 2015, 12:09:12 PM »
Auf Hartz IV Niveau könnten wir doch praktisch alle jetzt schon FIRE'n. ;)

Richtig. Dazu fehlt der Truppe hier nur die richtige Einstellung und Motivation. :-)

dachs

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #585 on: July 16, 2015, 12:15:24 PM »
Also für mich wäre es super, wenn ich 1500€ im Monat hätte (entspricht in D ja den 600 000€). Dann würde ich kleine Firmen gründen, das macht bestimmt Spaß :) Vielleicht arbeite ich in zwei oder drei Jahren auch nur noch halbtags und mache das, unter Umständen verkürzt das die Zeit bis zu FIRE ja, je nachdem wie es läuft. Ansonsten hat es wenigstens Spaß gemacht. Ein  Problem haben meiner Meinung nach die Leute, die eine Existenz gründen, weil sie auf das Geld angewiesen sind. Das geht, wie man an den Statistiken sehen kann, meistens schief.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #586 on: July 16, 2015, 12:19:47 PM »
Mal ein anderes Thema (bin mir nicht sicher ob ich das hier schonmal angesprochen habe): Habt ihr euch schonmal damit befasst gehebelt zu investieren? Es gibt da ein interessantes Buch, das sich "Lifecycle Investment" nennt. Da geht es darum, dass man seine Investments eben nicht nur über verschiedene Assetklassen, sondern auch über die Zeit diversifizieren kann. Das Problem ist nämlich, dass man am Anfang seiner Karriere einen ziemlich wenig Geld dem Markt aussetzt und kurz vor dem Ruhestand ziemlich viel. Daher wird empfohlen am Anfang seiner Karriere nicht nur 100% in Aktien zu investieren, sondern sogar 200% (gehebelt eben) und diesen Anteil dann langsam zurückfährt. Ist ne interessante Sache.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #587 on: July 16, 2015, 04:41:37 PM »
Dann würde ich kleine Firmen gründen, das macht bestimmt Spaß :)

Gib Bescheid wenn es soweit ist. Den Spaß mache ich seit bald zwei Jahrzehnten... Du musst ja nicht alle Fehler selber machen. ;-)

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #588 on: July 16, 2015, 11:29:47 PM »
> Habt ihr euch schonmal damit befasst gehebelt zu investieren?

Da gibts nen netten Thread bei den Bogleheads, den hier im Forum kürzlich jemand verlinkt  hat. Da hat das einer kurz vor dem letzten Crash 2008 gemacht und durch den Crash durchgezogen. Das volle Programm, sogar mit Kreditkartenschulden (!!!) zum Finanzieren der Börsengeschäfte etc. Das Resultat war eine halbe Million (oder mehr?) Schulden plus die ganze Kohle verbrannt, die er in der Zeit verdient hat. Er müsste jetzt die Schulden bald abgetragen haben, ist also genau da, wo er angefangen hat. Mit dem Geld, was da verballert wurde hätte er schon längst in Ruhestand gehen können. Der Thread ist glaub ich noch aktiv und er postet netterweise immer noch seinen aktuellen Vermögensstand. Ich glaube sogar, der hatte einen Doktor in Economics...

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #589 on: July 16, 2015, 11:43:59 PM »
> Habt ihr euch schonmal damit befasst gehebelt zu investieren?

Da gibts nen netten Thread bei den Bogleheads, den hier im Forum kürzlich jemand verlinkt  hat. Da hat das einer kurz vor dem letzten Crash 2008 gemacht und durch den Crash durchgezogen. Das volle Programm, sogar mit Kreditkartenschulden (!!!) zum Finanzieren der Börsengeschäfte etc. Das Resultat war eine halbe Million (oder mehr?) Schulden plus die ganze Kohle verbrannt, die er in der Zeit verdient hat. Er müsste jetzt die Schulden bald abgetragen haben, ist also genau da, wo er angefangen hat. Mit dem Geld, was da verballert wurde hätte er schon längst in Ruhestand gehen können. Der Thread ist glaub ich noch aktiv und er postet netterweise immer noch seinen aktuellen Vermögensstand. Ich glaube sogar, der hatte einen Doktor in Economics...
Sounds epic, I now want to read that. Got a link?

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #590 on: July 17, 2015, 12:15:03 AM »
https://www.bogleheads.org/forum/viewtopic.php?f=10&t=5934

Ich habe übertrieben. Er war zwischenzeitlich nur 210K in den Miesen. Trotzdem lustig zu lesen.
« Last Edit: July 17, 2015, 12:20:23 AM by brainfart »

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #591 on: July 17, 2015, 12:45:47 AM »
Wir sind beide festangestellte Softwareentwickler bei Beraterfirmen. Also nix BMW und Co. zusammen kommen 110k Brutto pro Jahr. Das sind durchschnittliche Gehälter in der IT.

Wir haben aber das gleiche Ziel und waren schon immer sparsam. Uns reichen 1600-1800€ pro Monat. Ein wesentlicher Teil davon ist natürlich die Miete.

600k ist knapp. Für uns ist aber FI erreicht wenn wir Halb oder Saisonweise oder einfach was anderes arbeiten können als IT....
110k€ brutto als Paar ergibt erstmal ca. 5300€ netto im Monat, wenn man nicht noch irgendwelche Steuerspartricks drauf hat.
Die hatten wir auch, ehrlich gesagt sogar etwas mehr (Ingenieur & Lehrerin), zur Zeit sieht das etwas anders aus, aber das ist schon okay.
Allein das Haus kostet 900€ im Monat (500€ Zinsen & 400€ Tilgung), von Versicherungen, Grundsteuer und Gas/Wasser/Strom mal zu schweigen.
Dazu noch ein paar Basis-Versicherungen und zwei Autos zum Pendeln, und wir sind bei ca. 1600€ - 1800€ an festen Kosten, ohne Essen/Urlaub/Kleidung.

Also wenn einer von euch Voll arbeitet, und der andere zuhause bleibt habt ihr ca. 3000€ netto im Monat, sofern ihr verheiratet seid und Ehegattensplitting betreibt. Ebenso für beide halbtags.
Wenn nur einer von euch halbtags arbeitet, seid ihr bei ca. 1800€ netto.
Ihr seid bei eurer Definition schon FI, aber noch nicht RE.
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #592 on: July 17, 2015, 01:01:31 AM »
> Habt ihr euch schonmal damit befasst gehebelt zu investieren?

Da gibts nen netten Thread bei den Bogleheads, den hier im Forum kürzlich jemand verlinkt  hat. Da hat das einer kurz vor dem letzten Crash 2008 gemacht und durch den Crash durchgezogen. Das volle Programm, sogar mit Kreditkartenschulden (!!!) zum Finanzieren der Börsengeschäfte etc. Das Resultat war eine halbe Million (oder mehr?) Schulden plus die ganze Kohle verbrannt, die er in der Zeit verdient hat. Er müsste jetzt die Schulden bald abgetragen haben, ist also genau da, wo er angefangen hat. Mit dem Geld, was da verballert wurde hätte er schon längst in Ruhestand gehen können. Der Thread ist glaub ich noch aktiv und er postet netterweise immer noch seinen aktuellen Vermögensstand. Ich glaube sogar, der hatte einen Doktor in Economics...

Soweit ich weiß (der Fall wird auch im Buch angesprochen) hat der sich aber eben nicht an die Strategie gehalten und kalte Füße bekommen (kann man ihm ja nicht übel nehmen). Hätte er sich daran gehalten stünde er jetzt besser da als ohne Hebel. Es stimmt, kurzfristig hat man eine größere Volatilität, aber langfristig (auf 30 Jahre-Sicht) hat man eine geringere.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #593 on: July 17, 2015, 01:16:20 AM »
So, habe es nachgeschlagen. Folgendes hat er gemacht:

1) Er hat 2007 angefangen
2) 2008 musste er sein Portfolio liquidieren, mit 210 000$ Schulen

Was hat er falsch gemacht?

1) Er hat deutlich mehr als 2:1 Hebel benutzt
2) Er hat noch irgendwelche anderen Spekulationen mit mehr Hebel betrieben, die dann bei einem fallenden Markt sehr schlecht waren
3) Er hat nicht einfach eine breiten Indexfond gekauft, sondern Stockpicking betrieben (anscheinend hat er Citybank-Aktien gekauft, was in dieser Zeit ziemlich schlecht war)
4)Er hat das ganze mit Kreditkarten finanziert (anstatt mit LEAPS wie empfohlen)

Es hat also eher weniger mit einer durchdachten Strategie zu tun was er gemacht hat. Der Witz an der Strategie ist ja, dass man bei einem krassen Crash insbesondere am Anfang in der Tat auf 0 (oder darunter) fallen kann. Dafür macht man das bei dem darauf folgenden Aufschwung aber wieder mehr als wett.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #595 on: July 17, 2015, 04:57:02 AM »
Und da gab es noch den deutschen Ingenieur, der 1:400 gehebelt hat und verlor:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/franken-kurs-ingenieur-setzt-2800-und-verliert-280-000-euro-a-1023799.html
Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #596 on: July 17, 2015, 05:58:04 AM »
Also Leute, bitte. Solche Beispiele als Argumente gegen richtig eingesetzte Hebel heranzuziehen erinnert mich irgendwie an die Leute, die mit der Telekomaktie gegen Aktien generell argumentieren.

DaKini

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #597 on: July 17, 2015, 07:35:32 AM »
Quote
IT ist sehr trocken
Alsombei mir wars heute recht feucht, weil heiss...

Nein im Ernst,  es kommt drauf an, was man genau macht. IT ist ja ein weites Feld.

schoenbauer

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #598 on: July 17, 2015, 07:38:48 AM »
Ich habe (abgesehen von dem zu spät ausgeführten Stopp-Loss) kein Mitleid für den fränkischen Ingenieur. Offensichtlich hat er das von ihm gehandelte Produkt nicht in Gänze verstanden...oder ein schlechtes Risikomanagement. Was lerne ich daraus? Vorsichtig mit Stop-Loss-Ordern zu sein.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #599 on: July 17, 2015, 07:51:36 AM »
Das mit dem "Produkt verstanden" finde ich recht amüsant. Hast du denn so richtig, also bis ins Detail, verstanden wie ein ETF funktioniert? Du weißt was der Market Maker macht und kennst den Creation/Redemption Prozess? Und, wenn du das alles kennst, könntest du daraus resultierende Risiken erkennen?

Das sagt sich immer so leicht.