Author Topic: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge  (Read 151713 times)

Linette

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #350 on: January 03, 2015, 09:10:41 AM »
Also mir wurde gesagt, dass bei Wohnriester der äquivalente Betrag auf einem Sonderkonto zu 2% angelegt werden und dann bei Rentenbeginn komplett versteuert werden muss. So ganz bin ich auch nicht durchgestiegen, aber der Bankmann hatte das wohl bei einem Paar mal durchgerechnet. Weiß den Darlehensbetrag nicht, aber da die Immobilien hier sehr günstig sind, werden es maximal 250.000€ sein. Die Herrschaften kamen dann auf eine zusätzliche Steuerbelastung von 70-80.000€ zum Rentenbeginn. Wohlbemerkt zusätzlich zu dem normalen Riesterauszahlungsbetrag. Selbst der Bankmann hat davon abgeraten und das will schon was heißen, da er bei einem Wohnriestervertrag Provision erhalten würde.
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #351 on: January 03, 2015, 09:23:42 AM »
Da liegt ein Missverständniss vor. Das ist das "Wohnförderkonto", das die Besteuerung sicherstellt. Wenn du deinen Riester in eine Immobilie umwandelst, würdest du ja sonst gar keine Steuer zahlen... die 2% stellen sicher, dass du ggü. normalen Sparverträgen (die sich ja auch verzinsen!) Nicht bessergestellt bist, das ist schon ok so und auch fair,weil vermutlich die "anderen" Verträge ja hoffentlich mehr als 2% verzinsen, man wäre damit also evtl sogar besser dran.
Wenn der Kapitalriester aber wegen dieser Aktion geleert wird, verdienen die Berater wahrscheinlich keine Bestandsprovision mehr, vll deswegen das abraten.

Der Haken, der mich hart trifft: die Immobilien muss selbst genutz sein, meine Idee von eben klappt also nicht...

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #352 on: January 03, 2015, 10:01:36 AM »
Störend ist auch der kleine, schnell zu überlesende Haken im Mustervertrag auf S. 4 ("Auszahlphase"); die Auszahlphase ist nämlich so gestrickt, dass in jedem Fall bei Start der Rentenphase eine Rentenversicherung auf Namen der Bank zugunsten des Kunden abgeschlossen wird (also selbst, wenn man sich 30% direkt auszahlen lässt, bleiben 70% im RV-Vertragsmantel). Hier fallen heute noch nicht absehbare Kosten an, man gibt also ein Blankoeinverständnis, dass hier horrende Gebühren abgezogen werden dürfen.
Die Versicherung ist aber m.W. nach überall so - ist so eine Art Rückversicherung.
Kosten darf die aber (dich direkt) nichts, da dein Anspruch gegen das Riesterunternehmen besteht - und dieses schließt, um sich vor Heesters zu schützen - eine Versicherung ab.
Indirekt bezahlst du mit deinem Lebensalter, denn die Kalkulation, noch der abgeschlossen wird, ist sehr ungünstig für dich (85 Jahre oder mehr).

Es bleibt dabei: Riester lohnt sich nur, wenn du hohe Einkommensteuer in der Ansparphase hast (oder mehrere Kinder), geringe Einkommensteuer in der Auszahlphase (aber du über Sozialrentenniveau liegst mit deinen Einkünften) und du relativ alt wirst.
Der einzige Vorteil ggü. selbst anlegen für mustachians ist, dass die jährliche Auszahlsumme deutlich höher ist als 4%, weil das Kapital auch angegriffen wird, ohne das (wg. der obigen Lebensversicherung) das Risiko das alt-ohne-Restgeld besteht.
Das relativiert sich natürlich massiv, wenn man wg. der Gebühren oder underperformance unterm Markt oder der frühzeitigen Umverteilung in Rentenpapiere noch vor dem 50.Lebensjahr zu Renteneintritt nur halb so viel Kapital hat als beim selbstanlegen.

---

Mein Stand für Wohnriester ist, dass (nach einer Gesetzesänderung vor einigen Jahren) jeder Riester dafür genutzt werden kann, und dann - bei Selbstnutzung eben - keine Strafen oder Förderrückzahlungen erfolgen. Steuer bleibt, auf die verzichtet der Staat nicht. Schließlich gings ja bei der "Riester-Reform" gerade darum, Steuern auch in der Rente zu erhalten bzw. Sozialrenten wegen der Anrechnung verdeckt zu kürzen - wegen der Absenkung auf 43% Rentenniveau wird das locker die halbe Bevölkerung betreffen. 

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #353 on: January 03, 2015, 10:09:26 AM »
Quote
Die Versicherung ist aber m.W. nach überall so - ist so eine Art Rückversicherung. Kosten darf die aber (dich direkt) nichts, da dein Anspruch gegen das Riesterunternehmen besteht - und dieses schließt, um sich vor Heesters zu schützen - eine Versicherung ab. 
Das lese ich in den Vertragsbedingungen zb von fairr.de deutlich anders heraus. Die kosten werden dem kunden belastet und der RV-Mantel dient als Vehikel für die verrentung des angesammelten Kapitals. Da geht aber natürlich das Risiko der Nichtzahlung auf den RV-Versicherer über.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #354 on: January 05, 2015, 11:39:28 AM »
Tada, bin jetzt stolze Besitzerin eines Depots und eines ETF-Sparplans mit einem MSCI World Fonds!

Als nächstes werden die Versicherungen angegangen. Ich kann meinen Bekannten fragen, der bei MLP die Ausbildung als Versicherungsmakler gemacht hat, aber dann doch nach der Prüfung gekündigt hat. Der schaut sich die Sachen morgen an. Sozusagen als Verbraucherschutz.
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #355 on: January 05, 2015, 01:52:01 PM »
Herzlichen Glückwunsch!

Bei Versicherungen lässt sich viel sparen. Vor allem bei unnützen ;)
Da gibt es Leute, die haben gleich mehre Handyversicherungen. Weil sie jedes Jahr ein neues Handy (bzw. Vertrag) kaufen, und natürlich, für den Fall der Fälle, eine Versicherung für einen Preis, der jährlich höher ist als ich für meins bezahlt habe.
Hausrat ist auch so eine Sache - wie oft brennt es schon in der Wohnung? Oder erst eine Sterbeversicherung. Für die Beerdigungskosten, wissens schon.
Wenn man nicht vorhat, in den nächsten 5 Jahren zu sterben, kann mans auch lassen und anlegen. Hat den Vorteil, dass man was davon hat, wenn man am Leben bleibt.
btw: Ich bin Friedwald-Fan.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #356 on: January 06, 2015, 10:56:07 AM »
So, update, war heute bei meinem Riesterberater, der konnte mich schon verstehen und hat gesagt, ich solle lieber in Investmentfonds anlegen, nicht Indexfonds. Hat hier jemand damit schon Erfahrungen gemacht? Im Sinne von Vor- und Nachteilen? Wie gut, dass ich meine Riester in 2008 abgeschlossen habe, der Kurs hat sich verdoppelt, dass ich trotz Rückzahlung der Prämien auf einen Gewinn von 1000€ +x komme, eine Rendite von ca. 25%. Kann man nicht meckern, damit gleiche ich den Verlust bei der Rentenversicherung aus und freue mich, dass ich schadenfrei davon komme.
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #357 on: January 06, 2015, 12:50:34 PM »
So, update, war heute bei meinem Riesterberater, der konnte mich schon verstehen und hat gesagt, ich solle lieber in Investmentfonds anlegen, nicht Indexfonds. Hat hier jemand damit schon Erfahrungen gemacht? Im Sinne von Vor- und Nachteilen? Wie gut, dass ich meine Riester in 2008 abgeschlossen habe, der Kurs hat sich verdoppelt, dass ich trotz Rückzahlung der Prämien auf einen Gewinn von 1000€ +x komme, eine Rendite von ca. 25%. Kann man nicht meckern, damit gleiche ich den Verlust bei der Rentenversicherung aus und freue mich, dass ich schadenfrei davon komme.
Hättest du in Indexfonds angelegt wärens 100% Rendite gewesen ;)

Es gibt 2 Gründe, warum Berater 8gemanagte) Investmentfonds anlegen:
1) weil sie nur dafür (nicht für Indexfonds) Provisionen kriegen.
2) weil sie glaube, dass aktives Management besser ist.

Die MMM philosophie empfiehlt stark Indexfonds. Aus 2,5 Gründen:
1) Einfachheit: Einmal gekauft kann man sie vergessen, bis man Geld braucht. Du musst dich nicht dafür interessieren, ob sich der Fondsmanager oder die Anlagestrategie ändert oder das Umfeld.
2) Indexfonds (ETFs) schlagen die Mehrzahl der aktiv gemanagten Fonds. Dafür gibts mehrere Gründe, einer sind die Kosten: wenn 50% über dem Durchschnitt liegen und 50% darunter, liegt die Mehrheit unter dem Schnitt, weil sie mehr kosten.
Natürlich gibt es aktive Fonds, die den index schlagen. Gibt es immer. Aber welche das sind, weiß man immer erst hinterher. Deine Chance, einen guten zu erwischen ist geringer als die, einen schlechten zu bekommen. Und aktive Fonds können richtig schlecht sein.
Ein Grund warum ich die Ansicht von ing-diba mag: Geh da bei einem ETF auf Analyse und du wirst sehen, als wievielter der ETF abgeschnitten hat in den Fonds. Die meisten schneiden besser ab als der Schnitt, 2.Quartil.
Und das sind nur die überlebenden Fonds! Die schlechten werden ja irgendwann geschlossen oder fusioniert.
2,5) du kannst am Index halbwegs ablesen, wie sich deine Anlage entwickelt ;)


Lass mich dir eine Frage stellen: Glaubst du, dass du so intelligent und gebildet bist, dass du in mehr als 50% der Fälle bessere Entscheidungen an der Börse triffst als alle, die dort handeln - Horden von Laien ebenso wie die Horden von Profis?
Falls die Anwort nein ist, greif zu Indzies. Falls die Antwort ja ist, überlegs dir zumindest gut.

----

Nur bei Schnäppchen sollte man zugreifen, wie es z.B. Aktien nach dem Sturz 2008 waren.
Ich überlege z.B. gerade ob ich Öl kaufe (nicht in Flaschen, den Rohstoffindex). Nicht weil ich mich für sonderlich intelligent halte, sondern weil
a) der Preis der niedrigste seit 10 Jahren ist (abgesehen von kurz nach dem letzten Big Bang)
b) die OPEC Länder es sich nicht leisten können, den Preis so niedrig zu lassen. Die brauchen höhere Preise. Selbst die Saudis haben mit 60$/barrel im Staatshaushalt gerechnet. Andere mit um die 100$. Wenn die Sandölkonkurrenz erstmal pleite ist, wird die Fördermenge wieder knapp. Öl ist ein Rohstoff, der ständig weniger wird und gleichzeitig mehr verbraucht wird.
Der Preis wird also wieder hoch gehen. Ob in nem halben Jahr oder erst in 3 Jahren - keine Ahnung. Aber wenn er in 3 Jahren 20% unter dem Niveau von 2014 liegt, habe ich immer noch jährlich 20% gemacht.

Und außerdem ist das ja eigentlich auch ein Index, der Ölpreis LOL.

Linette

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #358 on: January 06, 2015, 01:44:25 PM »
Hätte, hätte , Würstchenkette! =o)

Nachher ist man immer schlauer. Und mit Prämien meine ich die Riesterzuschüsse und nicht die Abschlussprämien! Ich finde es ja selber schade, dass ich keinen im Bekanntenkreis habe, der sich ansatzweise mit Finanzen auskennt und den ich diesbezüglich fragen könnte. Meine Bekannte gleicht mit ihrem Gehalt immer ihren Dispo aus, dass sie mit 0€ in den Monat startet. "Die Waschmaschine zahle ich 3 Jahre lang in Raten ab!" Bruder kann mit 35 noch immer keine gute Steuererklärung machen. Soviel zu Finanzvorbildern.
Wie sieht denn das bei eurem Freundes- bzw. Kollegenkreis aus? In Deutschland wird das Thema Finanzen ja eher totgeschwiegen, nach dem Motto Geld hat man, aber man spricht nicht drüber.
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #359 on: January 07, 2015, 10:20:25 AM »
Quote
eine Rendite von ca. 25%. Kann man nicht meckern
Ich möchte nicht nochmal in der Wunde bohren, dennoch ist für dich wichtig zu erkennen,  warum du das geglaubt hast. Der Grund ist urmenschlich und passiert jedem andauernd. Er liegt in der unpassenden Vergleichsmenge. Du vergldichst lediglich deine enge situation, dass du also ohne Verlust und sogar Gewinn rausgekommen bist - die korrekte vergleichsmenge wäre allerdings ein breiter aktienindex gewesen, und wie bereits gesagt, sind 25% in ddm Zeitraum ein miserables Ergebnis. Die Vergangenheit kann man aber nicht ändern und gut, dass du aufgewacht bist.
Diese Vergleichsmechanik im Hirn wird übrigens aktiv ausgenutzt, z.b. nehmen manche Fonds unkorrekte vergleichsfonds, um selber besser dazustehen. Immer kritischbleiben!

Zur finanzielen Bildung: da schauts schlecht aus. Düster, gar.

SMP

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #360 on: January 08, 2015, 05:28:20 AM »
Wie sieht denn das bei eurem Freundes- bzw. Kollegenkreis aus? In Deutschland wird das Thema Finanzen ja eher totgeschwiegen, nach dem Motto Geld hat man, aber man spricht nicht drüber.

Das Thema Finanzen ist bei mir im Freundes/Bekannten/Kollegenkreis auch eher schwierig
Man hört evtl., wenn ein Haus/Wohnung abgezahlt wurde.
Wie viel jemand verdient, wie viel er wo anlegt wird kein Wort drübe verloren.
Finanziell sind die meisten in ordentlicher Form, keine Autos auf Pump, insgesamt günstige Autos, keine überteuerten Reisen, und auch günstige Hobbys.
Es sind zum großen Teil Beamtenkinder, oder sogar selber Beamte...


Was die Geldanlage betrifft, bin ich erstmal so gut wie raus:
Ich habe vor 2 Jahren ein Haus gekauft (gebraucht), dort habe ich einen Teil schon ordentlich renoviert, aber ein großer Teil steht noch an. Letztes Jahr haben wir das Dach gedämmt, das haben wir komplett alleine gemacht, waren ca. 2.000€ Materialkosten (plus 3.500 € für zwei neue Dachflächenfenster). Jetzt bekommen wir eine neue Heizung (Gastherme) die kostet mit Montage und neuem Außenkamin auch 8.000€.
Ich kann gottseidank Jährlich 6.000€ an Sondertilgungen machen, und das habe ich bisher auch immer gemacht.
Zur Zeit spare ich im Rahmen der Tilgung (400€ im Monat plus ggfs. Sondertilgung) und habe über meinen Arbeitgeber die Möglichekeit zu sparen.

Ich kann ein Teil meines Brutto-Gehalts Umwandeln und in eine Altersvorsorge einbringen. Der Vorteil ist, dass ich meine Abgabenquote (Grenzsteuersatz plus Sozialabgaben ) ca. 50% beträgt. Daher kosten mich 200€ Einlage darin nur 100€ netto. Dieses Geld wird ich bis zum Jahr 2046 anlegen (das Jahr bevor ich 65 werde). Das schöne für mich ist, dass der Zinssatz für die Einzahlungen eines Jahres für die gesamt Laufzeit fix ist. Für die Einzahlungen der Jahre 2012 habe ich 5,25% bekommen, für 2013 und 2014 3,5% und für 2015 'nur' 2,35%.
Ich lebe in der Hoffnung, dass ich im Jahr 2046 weniger Steuern und Sozialabgaben zahle als heute, denn dann wird das Geld nachversteuert und Sozialabgaben abgezogen. Selbst wenn die Abgaben etwa gleich hoch oder etwas höher sind, habe ich aufgrund der guten Zinssätze der Jahre 2012 bis 2014 immernoch eine nette Rendite.

Nutzt jemand von euch auch solche Entgeltumwandlungen?  Muss ich evtl. was Besonderes beachten?
« Last Edit: January 08, 2015, 05:30:01 AM by SMP »
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #361 on: January 08, 2015, 10:32:53 AM »
Das klingt nach Eichelförderung,  das war für mich nicht interessant, wie riestern. Lohnt sich m.e. nur, wenn der Arbeitgeber kräftig mit drauf legt.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #362 on: January 10, 2015, 03:17:48 PM »
Ich hatte auch eine Entgeltumwandlung abgeschlossen, aber gleich wieder gekündigt. War mir zu unsicher, war auch gut so, denn 2 Jahre später habe ich gekündigt und dann hätte ich die vollen 100% Beiträge zahlen müssen. Mein Arbeitgeber hat nichts dazu begesteuert, noch nicht mal VL gezahlt.
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #363 on: January 11, 2015, 02:32:32 AM »
Ich hatte auch eine Entgeltumwandlung abgeschlossen, aber gleich wieder gekündigt. War mir zu unsicher, war auch gut so, denn 2 Jahre später habe ich gekündigt und dann hätte ich die vollen 100% Beiträge zahlen müssen. Mein Arbeitgeber hat nichts dazu begesteuert, noch nicht mal VL gezahlt.
Es gibt einen Rechtsanspruch auf VL.
Frag mich aber nicht nach den Details.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #364 on: January 11, 2015, 09:24:16 AM »
Jein... Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf zusätzliche Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen durch den Arbeitgeber, sofern der Arbeits- oder Tarifvertrag nicht etwas gegenteiliges festlegen.

Davon unabhängig ist aber die Arbeitnehmersparzulage, die durch den Staat gewährt wird, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Ein Arbeitnehmer hat den Anspruch, dass ein Arbeitgeber einen Teil des Gehaltes auf ein VL Konto einzahlt, da nur dann die Arbeitnehmersparzulage in Anspruch genommen werden kann.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #365 on: January 11, 2015, 03:05:57 PM »
genau das ^^
Ich war etwas missverständlich.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #366 on: January 16, 2015, 02:20:03 AM »
Ist eigentlich von den in Deutschland ansässigen hier jemand Vermieter?

Im Forum gibt es ja eine ganze Reihe Leute die darauf schwören und das für sehr sinnvoll erachten.

Ganz davon abgesehen, dass ich vermieten prinzipiell schon unattraktiv finde, (Gefahr von unzuverlässigen Mietern schreckt mich ganz erheblich ab) würde mich interessieren wie das hierzulande prinzipiell gesehen wird im Vergleich zu den Staaten.

Ich sehe einfach nicht die Renditechancen die manch unserer US Mitmenschen scheinbar damit reißen.

Hier in München sind die Preise eh jenseits von gut und böse, selbst wenn ich wollte würde ich kein Objekt finden, welches ich vermieten könnte.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #367 on: January 16, 2015, 04:44:27 AM »
Vorweg, ich kenne nicht mal einen Vermieter persönlich gut. Aber ich denke, ich liege trotzdem nicht ganz falsch wenn ich sage:

Im Vergleich zu den USA kannst du das vermieten vergessen.
Zum einen ist hier das Mieten/Baukostenverhältnis schlechter - was auch an der Bauweise liegt. Wer baut schon mit Holz? Höhere Baukosten und längere Amortisationsraten von Beginn an = niedrigere jährliche Rendite (ich habe mal 3%/Jahr gelesen).
Kleinere Häuser/Wohnungen: Was in USA normale Hausgröße ist, zählt hier als Villa. Wenn du einen Gewinn pro qm machst, ist dein Gewinn auch nur höchstens halb so groß (bei wie gesagt fast gleichen Baukosten)
Dann die ganze Hartz-4 Problematik mit Mietobergrenzen. Das hält die Mietpreise auch unten - ja nach Ort bezieht ja jeder 4. Mieter Hartz-4.
Zum Anderen gibt es in Deutschland (von einigen Großstädten abgesehen) einen Wohnraumüberschuss. Ganze (meist Plattenbau) Viertel werden abgerissen. Ein Anbietermarkt sieht anders aus ;) Im Gegensatz zu den USA, wo immer noch gilt, dass Häuser (langfristig) an Wert gewinnen, ists hier schon eher das Gegenteil.

Du fährst - von wenigen Ausnahmen abgesehen, die sich die Profis längst geschnappt haben - besser, wenn du einfach nur Aktienindices kaufst.


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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #368 on: January 16, 2015, 05:04:12 AM »
stuff
Danke, das sind ziemlich die gleichen Überlegungen die ich mir auch gemacht habe.

schoenbauer

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #369 on: January 16, 2015, 08:26:12 AM »
zum Thema Immobilie habe auch ich eine Frage:

Wie berechnet man im Allg. die Rendite?

(jaehrl. Einnahmen (Miete) - Ausgaben (Ruecklagen, Steuern, Instandhaltung)) / Anschaffungskosten? Und wie fliessen einmalige Kosten in die Gleichung ein? Ueber die Lebenszeit gleichmaessig abschreiben? Oder erhoehen sie die Anschaffungskosten?

Vielleicht weiss einer von euch mehr ;) Danke!
« Last Edit: January 16, 2015, 08:45:51 AM by schoenbauer »

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #370 on: January 16, 2015, 08:51:10 AM »
Es mag in Deutschland sicherliche mal Zeiten gegeben haben, in den sich das 'Vermieter-sein' richtig gelohnt hat.
Es gibt unter gewissen Randbedingungen (Studentenstadt, knapper Wohnraum) auch immer noch die Möglichkeit als Vermieter Geld zu verdienen.
Mein Schwiegervater hat vor 20 Jahren eine Wohnung zum Vermieten gekauft, damals konnte man die Zinsaufwendungen für nicht selbst genutzten Wohnraum noch von der Steuer absetzen. Das hat sich daher schon gelohnt. Bisher hatte er auch immer Glück mit den Mietern.
Aber ich glaube, heute investiert man besser in Aktien, also Indexfonds.
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #371 on: January 16, 2015, 09:47:47 AM »
Hi,

schön, dass es auch einige Deutsche gibt, die sich für finanzielle Themen interessieren!

Wie sieht denn das bei eurem Freundes- bzw. Kollegenkreis aus? In Deutschland wird das Thema Finanzen ja eher totgeschwiegen, nach dem Motto Geld hat man, aber man spricht nicht drüber.

Hah, wem sagst Du das?
Ich habe Glück, dass meine Frau den Sparkurs mithält oder versucht einen Wettbewerb unter uns daraus zu machen. Auf Arbeit werde ich dafür eher belächelt. lediglich eine Kollegin hat mit mir zusammen begonnen Geld zu sparen und zu investieren. Wenn wir uns in der Mittagspause über Investments unterhalten, oder wie wir Geld einsparen können, gibt es dafür nur ein Kopfschütteln oder ein lockeres "Man lebt doch nur einmal!".

Im Freundeskreis trifft das auch eher auf Unverständnis. "Das kann doch nicht gutgehen!", "Pass auf, dass Du Dir nicht die Finger verbrennst." & "Du verlierst Dein ganzes Geld, wie XYZ!" sind die üblichen Sätze.

Muss man wie das Börsenrauschen sehen: Einfach ignorieren und weitermachen.

Ich versuche mich da nun einfach mehr zurückzuhalten und nur wenn mich jemand direkt fragt gebe ich meinen Rat oder meine Einschätzung dazu.

Ist eigentlich von den in Deutschland ansässigen hier jemand Vermieter?

Noch vermieten wir nicht, spielen aber mit dem Gedanken Eigentum zum Vermieten zu erwerben.
Wir denken da insbesondere an kleine Ein- bis Zweiraumwohnungen, aber der Markt ist im Moment extrem heißgelaufen. Selbst in Berlin - Moabit (nicht so schöne Ecke) wird um das 20x JNK verlangt. Bei den Kaufpreisen und damit verbundenen Renditen ist mir das Risiko zu hoch und ich investiere lieber weiter in Aktien.

Auch schreckt mich die rechtliche Lage in Deutschland ab.
Mietpreisbremse, "Luxussanierungsverbot", Vorkaufsrecht der Länder, etc. etc. etc. - da kann man schnell Geld verlieren.

Auf der anderen Seite erwirbt man mit einer ETW oder einem MFH gefühlt mehr als mit einem Indexfond oder Aktien.
“I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine.” - John Galt, from Atlas Shrugged by Ayn Rand

My Blog: www.mein-cashflow.org (only in German)

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #372 on: January 16, 2015, 10:47:26 AM »
zum Thema Immobilie habe auch ich eine Frage:

Wie berechnet man im Allg. die Rendite?

(jaehrl. Einnahmen (Miete) - Ausgaben (Ruecklagen, Steuern, Instandhaltung)) / Anschaffungskosten? Und wie fliessen einmalige Kosten in die Gleichung ein? Ueber die Lebenszeit gleichmaessig abschreiben? Oder erhoehen sie die Anschaffungskosten?

Vielleicht weiss einer von euch mehr ;) Danke!

Kommt darauf an, welche Rendite Du berechnen willst: Bruttomietrendite, Wertsteigerungsrendite, Eigenkapitalrendite,...

In der deutschen Blogosphäre wurde das Thema übrigens auch gerade diskutiert:
http://zendepot.de/immobilien-kaufen-und-vermieten-lohnt-sich-das/

Die Krux bei dem Thema sind halt die vielen Unbekannten, über die man Annahmen machen muss, wenn man rechnen will.

PS: Wenn Du Dich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen willst, rate ich Dir zur Lektüre "Kaufen oder mieten" von Gerd Kommer. Kommer gehört eher der Gruppe der Immokauf-Kritiker an. Die Gründe erläutert er recht breit in seinem Buch. Auf der beiliegenden CD gibt's auch einen passenden Vergleichrechner.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #373 on: January 26, 2015, 04:51:29 PM »
Hallo Freunde,

an dieser Stelle mal ein kleiner Einwurf.
Wir planen ein deutsches MMM-Treffen im März, genaueres erfahrt ihr hier:

http://forum.mrmoneymustache.com/meetups-and-social-events/german-mmmx-meetup-14-3-or-21-3/

Hoffe es klappt und man sieht einige von euch :)

FliXFantatier

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #374 on: February 01, 2015, 06:15:20 AM »
Vermögenswirksame Leistungen sind echt super.
Habe meinen Beitrag zum privaten Rentenversicherungsvertrag um 50€ pro Monat erhöht, effektiv kostet mich das Netto 8€.

nucadi

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #375 on: February 04, 2015, 08:50:00 AM »
zum Thema Immobilie habe auch ich eine Frage:

Wie berechnet man im Allg. die Rendite?

(jaehrl. Einnahmen (Miete) - Ausgaben (Ruecklagen, Steuern, Instandhaltung)) / Anschaffungskosten? Und wie fliessen einmalige Kosten in die Gleichung ein? Ueber die Lebenszeit gleichmaessig abschreiben? Oder erhoehen sie die Anschaffungskosten?

Vielleicht weiss einer von euch mehr ;) Danke!


Ich fand damals den Artikel von Looman sehr hilfreich

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vermoegensfragen/die-vermoegensfrage-was-werfen-immobilien-eigentlich-genau-ab-13162634.html

Kannst Da ja mal vorbeischauen. Ich hatte damals mit Hilfe von Excel und einigen Annahmen fuer meine beiden Mietwohnungen eine Rendite von ca. 6% errechnet.

dachs

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #376 on: February 06, 2015, 02:20:49 PM »
Ist eigentlich von den in Deutschland ansässigen hier jemand Vermieter?

Im Forum gibt es ja eine ganze Reihe Leute die darauf schwören und das für sehr sinnvoll erachten.

Ganz davon abgesehen, dass ich vermieten prinzipiell schon unattraktiv finde, (Gefahr von unzuverlässigen Mietern schreckt mich ganz erheblich ab) würde mich interessieren wie das hierzulande prinzipiell gesehen wird im Vergleich zu den Staaten.

Ich sehe einfach nicht die Renditechancen die manch unserer US Mitmenschen scheinbar damit reißen.

Hier in München sind die Preise eh jenseits von gut und böse, selbst wenn ich wollte würde ich kein Objekt finden, welches ich vermieten könnte.

Nach allem was ich bisher gelesen hat lohnt sich Vermieten als Geldanlage nicht wirklich, da man unterm Strich unter Abzug aller Kosten eine eher miese Rendite bei ziemlich hohem Risiko hat. Wer schafft es schon seinen Mietern jedes Jahr mehr Miete abzuknöpfen? Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass es sich lohnt Studentenwohnungen zu vermieten, wobei man jedes Zimmer einzeln vermietet ;)

Ist es nicht auch möglich die Ausgaben für die Wohnung von der Steuer abzusetzen? Das wäre vielleicht ganz gut dann.

Das größte Problem wird aber bei den meisten Menschen sein, dass so eine Immobilie halt ein ziemliches "Klumpenrisiko" ist. Selbst eine Mietwohnung, die man vermieten will, kostet mal locker 100 000€. Wenn diese eine Wohnung "nur" 10% ausmachen soll, muss man schon 1 000 000 € an Vermögen haben. Das ist das Problem.
« Last Edit: February 06, 2015, 02:23:37 PM by dachs »

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #377 on: February 08, 2015, 02:57:03 AM »
Das Mietrecht ist in Deutschland Vermieterfeindlich. Wenn sich ein"Mietnomade" einnistet und nicht zahlt, wird das durch die Behörden nicht als Diebstahl, Betrug oder Erschleichung interpretiert. Wenn man aber selber z.B. den Schloss austauscht, stellt sich der Staat plötzlich dem Betrüger zur Seite.
Darüber hinaus hat man als Privatperson Nachteile gegenüber einem gewerblichen Vermieter, der mehr steuerlich absetzen darf.
Was ich mir als Anlage vorstellen kann, wäre eine gewerbliche Immobilie die man an eine Firma vermietet. Dann greifen die ganzen lästigen Vorschriften nicht, die zahlungsunwillige Mieter schützen. Ich kenne dazu aber keine Beispiele unter meinen Bekannten...

Linette

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #378 on: February 08, 2015, 06:47:37 AM »
Mal ganz hypothetisch.

Kann man nicht einfach eine GmbH, oder SARL oder Ltd. gründen und dann unter dem Namen Immobilien kaufen und z. B. an Studenten weitervermieten? So eine Ltd. soll angeblich nur 1€, bzw. 1 Pfund kosten, im Gegensatz zu den 25.000€ der GmbH (ich weiß, das sind nicht die Kosten, sondern Gründungskapital, nur zur Vereinfachnung).

Gewinne werden dann an die, bzw. den Gesellschafter ausgeschüttet, Verluste trägt nur die Firma.
Ist das rechtlich möglich? Und wie würde das dann bei Löschung der Firma funktionieren? Ich als ehemaliger Alleingesellschafter habe Vorkaufsrecht an den Wohnungen, bzw. bezahle für die zu Firmenzeiten einen sybolischen Euro?
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #379 on: February 08, 2015, 09:52:12 AM »
Die Ltd. hat ne Menge eigene Probleme - unter anderem musst du deine Steuererklärung in GB mache.
Wie gut bist du in diesem Steuerrecht?

Also ja, theoretisch ist das möglich, aber keiner würde der Ltd. das nötige Geld geben, und wenn du dir nur Gewinn auszahlst und Verluste in der Firma lässt, könntest du z.B. wegen Insolvenzverschleppung dran sein. Und der symbolische Euro wäre mindestens Steuerhinterziehung.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #380 on: February 10, 2015, 08:09:43 AM »
Hallo Leute,

ich bin Engländer, der derzeit in Deutschland arbeitet. Ich interessiere mich dafür, ob hierzulande jemand eigentlich erfolgreich wie MMM gewesen ist?

Es sieht mir aus, dass in Deutschland man viel Geld zahlen muss, um zufrieden mit der Regierung zu sein, und was man bekommt dafür ist meistens nutzlos für 'frühe Renter'. Also man muss nur 25% Brutto ausgeben, um 50% Netto zu sparen, und das mit 'normalen' Jobs. Wenn man mehr verdient, muss man noch mehr Steuer zahlen.

Dann zählt man wieder: 25% Rendite von Funds usw, mit wenig (für mich keiner) möglichkeiten Geld ohne Steuer zu sparen.

Mit meinem Gehalt, wäre ich in den USA OK, aber hier kann ich kaum sparen. Muss ich Deutschland aufgeben, um wie MMM zu werden?

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #381 on: February 10, 2015, 09:51:55 AM »
Hallo Leute,

ich bin Engländer, der derzeit in Deutschland arbeitet. Ich interessiere mich dafür, ob hierzulande jemand eigentlich erfolgreich wie MMM gewesen ist?

Es sieht mir aus, dass in Deutschland man viel Geld zahlen muss, um zufrieden mit der Regierung zu sein, und was man bekommt dafür ist meistens nutzlos für 'frühe Renter'. Also man muss nur 25% Brutto ausgeben, um 50% Netto zu sparen, und das mit 'normalen' Jobs. Wenn man mehr verdient, muss man noch mehr Steuer zahlen.

Dann zählt man wieder: 25% Rendite von Funds usw, mit wenig (für mich keiner) möglichkeiten Geld ohne Steuer zu sparen.

Mit meinem Gehalt, wäre ich in den USA OK, aber hier kann ich kaum sparen. Muss ich Deutschland aufgeben, um wie MMM zu werden?
Well I think it's perfectly possible, might take more of a nest egg to achieve than in the US though, because Germans enjoy socialist wonders like health care, roads and quality free education and are quite happy to pay taxes to pay for that.
With a 25% tax rate on capital gains you have a practical safe withdrawal rate of 3% instead of 4% so you nest egg must be larger accordingly.
But there is nothing within the various MMM principles that makes it a no go in Germany.
And I would hazard and say it will be the same all over Europe. I doubt MMM is (significantly) easier or harder in the UK or Spain than in Germany or Norway.
Half-Brit in Munich btw.

In general I never understand when people talk about gros-income on this forum. Imho it is all about net-income, especially as our tax rate is significantly higher and very different than the average in the US.
I pay ~41.5% taxes (including sozialabgaben etc) on my gros income and currently save roughly ~52.5% of my net-income (including a BU-Versicherung).
« Last Edit: February 10, 2015, 10:01:19 AM by FliXFantatier »

mdc

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #382 on: February 10, 2015, 10:00:19 AM »
Hallo Leute,

ich bin Engländer, der derzeit in Deutschland arbeitet. Ich interessiere mich dafür, ob hierzulande jemand eigentlich erfolgreich wie MMM gewesen ist?

Es sieht mir aus, dass in Deutschland man viel Geld zahlen muss, um zufrieden mit der Regierung zu sein, und was man bekommt dafür ist meistens nutzlos für 'frühe Renter'. Also man muss nur 25% Brutto ausgeben, um 50% Netto zu sparen, und das mit 'normalen' Jobs. Wenn man mehr verdient, muss man noch mehr Steuer zahlen.

Dann zählt man wieder: 25% Rendite von Funds usw, mit wenig (für mich keiner) möglichkeiten Geld ohne Steuer zu sparen.

Mit meinem Gehalt, wäre ich in den USA OK, aber hier kann ich kaum sparen. Muss ich Deutschland aufgeben, um wie MMM zu werden?
Well I think it's perfectly possible, might take more of a nest egg to achieve than in the US though, because Germans enjoy socialist wonders like health care,
Eigentlich nein, ich muss dafür getrennt bezahlen; in England gab es wirklich "kostenlos" Gesundheitspflege (natürlich wenn man keinen Steuer zählt...)

Quote
roads and quality free education and are quite happy to pay taxes to pay for that.
Diese Sachen gibt es auch in den USA.

Quote
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Nicht unmöglich... aber wenn man fast doppel so viel Geld verdienen muss, und dann 33% mehr sparen, muss man 15-25 Jahre arbeiten, nicht nur 5-10. Oder im Auto oder was wohnen, wie ERE.

---

Ich meine nicht, Deutschland zu beleidigen. Die Gesellschaft ist überhaupt für "normales Leben" besser als in Grossbritannien. Aber MMM-Leben ist nicht "normal"...

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #383 on: February 10, 2015, 10:04:35 AM »
Hallo Leute,

ich bin Engländer, der derzeit in Deutschland arbeitet. Ich interessiere mich dafür, ob hierzulande jemand eigentlich erfolgreich wie MMM gewesen ist?

Es sieht mir aus, dass in Deutschland man viel Geld zahlen muss, um zufrieden mit der Regierung zu sein, und was man bekommt dafür ist meistens nutzlos für 'frühe Renter'. Also man muss nur 25% Brutto ausgeben, um 50% Netto zu sparen, und das mit 'normalen' Jobs. Wenn man mehr verdient, muss man noch mehr Steuer zahlen.

Dann zählt man wieder: 25% Rendite von Funds usw, mit wenig (für mich keiner) möglichkeiten Geld ohne Steuer zu sparen.

Mit meinem Gehalt, wäre ich in den USA OK, aber hier kann ich kaum sparen. Muss ich Deutschland aufgeben, um wie MMM zu werden?
Well I think it's perfectly possible, might take more of a nest egg to achieve than in the US though, because Germans enjoy socialist wonders like health care,
Eigentlich nein, ich muss dafür getrennt bezahlen; in England gab es wirklich "kostenlos" Gesundheitspflege (natürlich wenn man keinen Steuer zählt...)

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Diese Sachen gibt es auch in den USA.

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With a 25% tax rate on capital gains you have a practical safe withdrawal rate of 3% instead of 4% so you nest egg must be larger accordingly.
But there is nothing within the various MMM principles that makes it a no go in Germany.
And I would hazard and say it will be the same all over Europe. I doubt MMM is (significantly) easier or harder in the UK or Spain than in Germany or Norway.
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Nicht unmöglich... aber wenn man fast doppel so viel Geld verdienen muss, und dann 33% mehr sparen, muss man 15-25 Jahre arbeiten, nicht nur 5-10. Oder im Auto oder was wohnen, wie ERE.

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Ich meine nicht, Deutschland zu beleidigen. Die Gesellschaft ist überhaupt für "normales Leben" besser als in Grossbritannien. Aber MMM-Leben ist nicht "normal"...
In case it wasn't obvious I was being very tongue in cheek. I am aware that the US has roads and education.
And yes the incredibly simple maths behind early retirement cannot be mapped 1 to 1 to life in Germany. And I am aware that I will be working longer than if I were in the US.
C'est la vie.

And don't worry I wasn't taking offence for this 'great nation'. I wouldn't care even if you did insult it. :p

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #384 on: February 10, 2015, 10:32:21 AM »
In Germany if you have a average income (30.000€/year) you can net ~2000€/month.
You can easily live for 1000€/month dependign on where you are (and choosing that is mustachianism, too)
giving you a savings rate of 50%, which is (if I remember correctly) 12,7years.

Of course the problem is to have average income (or more) but it was compariso to MMM, as a software engineer you would have that.

Even with the new minimum wage of 8,50€/hour you could be FI with age 60... but that would be a really boring life and not really early retirement ;)

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #385 on: February 10, 2015, 02:20:40 PM »
Mit meinem Gehalt, wäre ich in den USA OK, aber hier kann ich kaum sparen. Muss ich Deutschland aufgeben, um wie MMM zu werden?

So schlecht ist die Abgabenquote in Deutschland gar nicht. Irland hat eine höhere Kapitalertragssteuer, viele Länder höhere Mehrwertsteuern, Frankreich höhere Sozialabgaben, die USA höhere Grundsteuern...

Es gibt aber zwei Dinge, die in Deutschland allerdings unterschiedlich sind zu vielen anderen Ländern, insbesondere aus dem englischsprachigen Raum:

Zum einen muss man sich in Deutschland sehr früh festlegen und hat anschließend wenig Flexibilität. Das ist nicht nur mit der Schule so, die häufig nach den ersten vier Jahren festgelegt wird, sondern auch mit der Entscheidung zwischen Selbständigkeit und Anstellung.  Als Selbständiger muss man nicht in die Sozialversicherungen zahlen, hat aber massive Nachteile, wenn man es sich zwischenzeitlich anders überlegt. Deswegen muss man die Entschiedung quasi nach der Schule und/oder Ausbildung/Studium treffen. Also entweder macht man alles selber, oder man begibt sich in das Sozialsystem. Es gibt aber wenig Überschneidungen oder Wechsel zwischen den Systemen. Das ist in den USA anders. Da muss jeder Social Security (Rentenversicherung) zahlen.

Zum anderen wird das Rentensystem als überlegen betrachtet und jegliche Art der Nichtbeteiligung im Grunde nach für asozial gehalten. Weil man  als Angestellter schon mindestens 20% über das Rentensystem sparen muss, können die wenigsten signifikant mehr privat anlegen. Demzufolge sind alle Aktienbesitzer reich und brauchen daher auch keine Steuererleichterungen. Es gibt also keine bzw. kaum steuersparende Investitionsmöglichkeiten.

Nicht unterschiedlich,  aber deutlich stärker staatlich festgelegt, ist die Vorstellung, dass nur harte Arbeit ehrliches Einkommen ist und jeder bis zur Rente arbeiten sollte.


frugalfrancis

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #386 on: February 10, 2015, 02:51:48 PM »
In Germany if you have a average income (30.000€/year) you can net ~2000€/month.
You can easily live for 1000€/month dependign on where you are (and choosing that is mustachianism, too)
giving you a savings rate of 50%, which is (if I remember correctly) 12,7years.

Of course the problem is to have average income (or more) but it was compariso to MMM, as a software engineer you would have that.

Even with the new minimum wage of 8,50€/hour you could be FI with age 60... but that would be a really boring life and not really early retirement ;)

50% savings rate would result in about 17 years to retirement, if I remember rightly.
However, 1000 € is already a big sum to spend from your net income (for a single person). If you live in an averagely prized area in a lower-end flat (about 20 m² per person), you can easily cover housing and energy for 300 €/month. If you optimize eating according to MMM, you will probably end up paying not more than 150 € for food (per person). For transportation, most German mustachians will be fine with less than 100 €/month (assuming you usually go by bike plus either a cheap car or a monthly pass for the bus and occasional train/intercity bus tickets). Then you look out for cheap hobbies (or some that will even pay you money), reduce, repair, recycle your stuff (and if you buy something, you buy it used) - so maybe add 150 € for household stuff, entertainment, insurances, etc. That's only 700 € altogether (yielding a ~ 65 % savings rate with the average income) and I really didn't even put hardcore optimizations into play :)

Linette

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #387 on: February 10, 2015, 08:38:02 PM »
Nur mal eine kleine Info am Rande, bei 30.000€ Jahresbrutto erhält man als Single netto 1600€ im Monat, nicht 2000€.

Man kann schon viel sparen in Deutschland, gerade bei Lebensmitteln und Haushaltssachen, aber Warmmiete von 300€, auch für ein WG-Zimmer, ist nicht überall möglich.
Hatte mal eine 27m² Wohnung. Die fand ich schon grenzwertig klein. Ein Tisch, ein Bett, ein Regal, das wars. Hatte was von Knasteinrichtung. Ist jedenfalls keine Dauerlösung. 
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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #388 on: February 11, 2015, 03:38:43 AM »
Nur mal eine kleine Info am Rande, bei 30.000€ Jahresbrutto erhält man als Single netto 1600€ im Monat, nicht 2000€.

Man kann schon viel sparen in Deutschland, gerade bei Lebensmitteln und Haushaltssachen, aber Warmmiete von 300€, auch für ein WG-Zimmer, ist nicht überall möglich.
Hatte mal eine 27m² Wohnung. Die fand ich schon grenzwertig klein. Ein Tisch, ein Bett, ein Regal, das wars. Hatte was von Knasteinrichtung. Ist jedenfalls keine Dauerlösung.
Der Onlinerechner hat knapp unter 2000 ausgegeben. Hat mich auch gewundert.
Ah, OK, hab mich verglotzt, 20.000 im Jahr, 1700 Monat - der hatte die Zahlen anders rum als die 3 die ich vorher mal benutzt hatte O.o

Ich bin auch eher von den 250€ kalt ausgegangen, die man für 50m² zahlt. Oder 500€ gesamt für alles mit Wohnung (Internet, Strom, GEZ etc.). Dazu (freiw. gesetzl.) Krankenversicherung, wenn man nicht arbeitet und keine Sozialleistungen erhält - leider gibts da keine verlässliche Auskunft im Netz für "Frührentner" (die gehören sonst wohl alle einer PKV an ^^), knapp 300€ scheinen mir am zutreffendsten zu sein.
Bleiben 200€ für Speis und Trank und Amüsement.

@Linette: Die Größe ist zum einen natürlich Geschmackssache und zum anderen Anpassung. Meine Studibude war 14m² Einzimmer + echt enges Duchbad. Weil es nur ein Zimmer war, war eigentlich genug Platz. Hatte sogar 2 Schränke ;)

@frugalfrancis: I know, you can get lower. Hartz4 means about 600€ paid to you for example.
For traveling I have a somewhat other point of view. There coudl be several reasons why you need a car (/or woudl pay the same amount anyway in the end) e.g. when you have to drive parents to the doctor and around a bit because they cant walk.
or you want to meet with people regularly but its a bit farer away and trains would not drive (or you would be back no sooner then 2 a.m.) - both is my actual experience. I can either drive 45 minutes by car (and I drive slow) or 1h with 30 minute walk on both ends. So either 1,5h travel time and 7€ gas or 4h travel time and 20€ to 38€ by train. DB yeah!

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #389 on: February 11, 2015, 07:47:13 AM »
Man kann schon viel sparen in Deutschland, gerade bei Lebensmitteln und Haushaltssachen, aber Warmmiete von 300€, auch für ein WG-Zimmer, ist nicht überall möglich.

Da muss ich mal LennStar von drei Beiträgen zuvor zitieren:
" [...] dependign on where you are (and choosing that is mustachianism, too)".

Dass 300 € Warmmiete nicht überall möglich ist (z.B. in der Münchener Innenstadt), ist klar. Es gibt aber auch Orte, in denen man ordentlichen Wohnraum sogar für weit unter 300 € p.P. erhalten kann - man kann sich ja aussuchen, wo man wohnt (Beispiel Bremen: Hier bekommt man durchaus citynahe 20 m² WG-Zimmer für 250-280 € warm).

Hatte mal eine 27m² Wohnung. Die fand ich schon grenzwertig klein. Ein Tisch, ein Bett, ein Regal, das wars. Hatte was von Knasteinrichtung. Ist jedenfalls keine Dauerlösung.

Ich wohne derzeit in einem 13 m² WG-Zimmer, teile mir eine kleine Küche und ein Bad noch mit 3 anderen und finde es für mich deutlich ausreichend. Fürs Zimmer wären sogar 10 m² noch ok. Ich habe ein 140er-Bett, ein Regal, einen kleinen Schrank, ein kleines Sofa, einen Couchtisch und einen 1,80 m breiten Schreibtisch und habe sogar noch genügend Platz auf dem Fußboden für ein Workout ;)
Wie entsteht denn bei 27 m² das Gefühl von Knasteinrichtung? Selbst wenn du große Möbel hast (Kingsize-Bett = 4 m², großer Tisch = 2 m², großes Regal = 3 m²), müsstest du noch über 18 m² Freifläche über haben. Klar, die persönlichen Präferenzen gehen da weit auseinander - mit geringeren Bedürfnissen kann man halt immer mehr sparen. Ich will nur betonen, dass man auch auf geringer Wohnfläche kaum Kompromisse bei der Ausstattung eingehen muss. Wie sehr man sich dann mit dem zur Verfügung stehenden Platz persönlich anfreunden kann, ist eine andere Frage. Aber zu sagen "Ordentlicher Wohnraum ist in Deutschland nicht zu haben, weil ich ein 1000 m²-Luxusschloss brauche", das geht ja an Frugalismus und MMM weit vorbei.

Gerade als Einzelperson lohnt es sich IMO nicht, eine ganze Wohnung zu mieten, da der Wohnraum so ineffizient genutzt wird. Klar kenne ich auch viele die lieber alleine wohnen, aber die müssen dann halt draufzahlen. Soziales Miteinander wird in dieser Hinsicht belohnt.

@frugalfrancis: I know, you can get lower. Hartz4 means about 600€ paid to you for example.
For traveling I have a somewhat other point of view. There coudl be several reasons why you need a car (/or woudl pay the same amount anyway in the end) e.g. when you have to drive parents to the doctor and around a bit because they cant walk.
or you want to meet with people regularly but its a bit farer away and trains would not drive (or you would be back no sooner then 2 a.m.) - both is my actual experience. I can either drive 45 minutes by car (and I drive slow) or 1h with 30 minute walk on both ends. So either 1,5h travel time and 7€ gas or 4h travel time and 20€ to 38€ by train. DB yeah!

I can see your point, but this sounds already a bit like an unusual situation (not representative for the average). Your transportation expenses thus might be higher a bit, but you can still save in one of the other areas. If this is not possible and you struggle to meet your desired savings rate, you could still think of car sharing, train ticket sharing, folding bike ("Klapprad" - because you can transport them for free in the train), moving closer to your friends' places, cutting your desire to meet people in distant cities in half, etc.
« Last Edit: February 11, 2015, 07:59:25 AM by frugalfrancis »

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #390 on: February 12, 2015, 05:59:15 AM »
Das Mietrecht ist in Deutschland Vermieterfeindlich. Wenn sich ein"Mietnomade" einnistet und nicht zahlt, wird das durch die Behörden nicht als Diebstahl, Betrug oder Erschleichung interpretiert. Wenn man aber selber z.B. den Schloss austauscht, stellt sich der Staat plötzlich dem Betrüger zur Seite.


Ich kann nur bestaetigen, dass das Mietrecht in Deutschland wirklich Vermieterfeindlich ist. Habe bis vor zwei Jahren noch in London zur Miete gewohnt waehrend ich in Berlin zwei Wohnungen vermietet habe. Da treffen Welten aufeinander...

Horrorstories ueber Mietnomaden hoert man haeufig, wird aber meiner Meinung nach ueberschaetzt. Man kann heutzutage schon sehr viel ueber die Mieter rausfinden bevor man den Mietvertrag unterschreibt, zumindest wenn die Wohnung in einer vernuenftigen Lage ist.

Was mich persoenlich am meisten nervt ist das man die Miete nicht einfach erhoehen kann. Ich habe zwei identische Wohnungen (je 55qm im Prenzelberg). In einer wohnt ein Mieter seid 2009 und zahlt 360 Euro kalt. Die andere vermiete ich jetzt neu fuer 500-550 Euro kalt. Keine Chance die Miete in der ersten Wohnung zu erhoehen weil der Mietspiegel ueberhaupt nichts mit den tatsaechlichen Mieten zu tun hat. Ohne Mietspiegelreferenz kann der Mieter zu Not klagen gegen die Erhoehung...

Gibt es hier Erfahrungen ob es Moeglichkeiten gibt Mieten anzupassen ohne Gefahr zu laufen juristischen Aerger zu bekommen?

nucadi

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #391 on: February 12, 2015, 06:32:24 AM »
Hallo Leute,

ich bin Engländer, der derzeit in Deutschland arbeitet. Ich interessiere mich dafür, ob hierzulande jemand eigentlich erfolgreich wie MMM gewesen ist?

I have asked myself this very exact question over the last years! I find it strange that in a country like Germany with such cheap housing (at least until recently), cheap food (thanks to Aldi and likes) and a general saver attitude, there are still so few known examples of early retirees. With early retirees I don't talk about the guys retiring in their early sixties but proper FI in your 40s/50s. Yes, taxation is a factor but doesn't explain the story.

I would put it down to two factors:
1. German's are simply too stupid to invest their money. You cannot realistically reach FI when your money sits in a checking account or is locked in your house equity. you need to make it work in the equity markets and we Germans are just to afraid to go down that route (right?).
2. The ones who actually manage to reach FI early on in life simply wouldn't talk about it. I am convinced there are a bunch of those MMM types out there in Germany. They don't make it public though because in our "Neidgesellschaft" they wouldn't be celebrated as a hero like MMM but rather be criticized. It cannot be right that one can retire that early! Must be a lazy criminal!

Quite sad in my view. Well, luckily there are more and more good forums and blogs that start to challenge this. I am still targeting to reach FI while still in my 40s.           

dmn

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #392 on: February 12, 2015, 07:38:46 AM »
I am convinced there are a bunch of those MMM types out there in Germany. They don't make it public though because in our "Neidgesellschaft" they wouldn't be celebrated as a hero like MMM but rather be criticized. It cannot be right that one can retire that early! Must be a lazy criminal!

That's my theory as well. If you do not work, you are seen as a lazy parasite. I think there are two main issues:

(1) If you have large savings, people assume that you cannot have earned them yourself, because people know from their own experience that they do not save so much from their normal salaries. So the standard assumption is either that you inherited the money, which is kind of distasteful because you are a spoiled brat who just happened to be lucky, or that you extracted money from society by morally questionable means, like being a manager and paying yourself huge bonuses at the expense of the company, or being a banker who is gambling with taxpayer money.

(2) Living off capital income is perceived similar to living off welfare. Capital income is extracted from honest workers by greedy corporations or greedy landlords, so you still live off other people's work. The concept that capital is actually productive in itself is not commonly understood in German culture. Many people assume that all production is due to labour, they never wonder what workers would do without all the machines, IT and infrastructure, or that the people who saved up for those machines should have some right to the income produced by them.

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #393 on: February 12, 2015, 02:22:20 PM »
I think achieving FI in Germany is perfectly possible with normal salary (maybe above average but still not bank director), however there are a few rules to follow (violating the very roots of German culture):
* no lifestyle inflation. "Statussymbole" are a part of German way of life so prepare to be criticized by friends & neighbours,
* living in a cheap area when in FI mode. This excludes "cool" areas like big cities (maybe except Berlin) or rich states like BW,
* buying cheap stuff off Kleinanzeigen instead of "Deutsche Präzisionsarbeit" at a "Fachgeschäft" (good quality at specialized shops).That's another crime against German culture,
* avoiding the calming security of "Sparbuch" (low interest savings acc) and other beloved & FI-toxic products of the German financial sector like "Bausparvertrag" or "Kapitallebensversicherung",
* no "investing" in a house and a decent car. Both of them are considered in Germany to be a sensible purchase, and can literally burn through your FI nest egg - houses are multiple times the price of their American counterparts,
* having workable plan B if things do not work out as expected. In Germany companies are reluctant to employ people to give them a shot. You are expected to fit perfectly to their stencil and having a history of living off the savings doesn't help you. So when times go tough you'll have a hard time coming back to a similar job for a year or so,
* of course following other non-German rules of MMM.
Still it is more of a challenge than in the US.

Hoerwolle

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #394 on: February 17, 2015, 09:37:04 AM »
Still it is more of a challenge than in the US.

So we have the opportunity to be better than MMM? Challenge accepted!

LennStar

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #395 on: February 18, 2015, 01:55:59 AM »
Still it is more of a challenge than in the US.

So we have the opportunity to be better than MMM? Challenge accepted!

europeanmustachian

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #396 on: February 18, 2015, 04:10:56 PM »
We'd better start reading Jeff Yeager's famous works if we attempt to beat MMM in his own game ;)

FliXFantatier

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #397 on: March 02, 2015, 01:03:44 AM »
...dann hast Du keine "steuerhässlichen" Fonds in deinem Portfolio. Sonst würdest Du auf Deiner Steuerbescheinigung z.B. diesen Satz sehen:

"Im Zeitpunkt der Erstellung dieser Bescheinigung waren nicht alle Erträge der für Sie verwahrten ausländischen thesaurierenden Investmentvermögen bekannt. Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung in Zeile 15 der Anlage KAP sämtliche Erträge anzugeben haben."

Die Berechnung ist aber auch nicht so kompliziert.
Ok, zu früh gefreut, also ich habe das auch.
Bin mir aber nicht 100% sicher was ich genau berechnen soll.

Die Tabelle im Bundesanzeiger ist sagen wir mal lang. (ich weiß, das ist die vom letzten Jahr, es geht jetzt ums Prinzip.)
https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet?session.sessionid=819665a9cf273465bea425efbcd4b700&page.navid=detailsearchlisttodetailsearchdetail&fts_search_list.selected=ae28fef1106560ca&fts_search_list.destHistoryId=71791

Muss eins wirklich nur a)   Betrag der Ausschüttung bit der Anzahl Anteile multiplizieren? Was ist mit all den anderen Angaben?

europeanmustachian

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #398 on: March 04, 2015, 02:05:09 PM »
Ich kann mit dem Link nix anfangen, da es nicht funktioniert.
Disclaimer: Ich bin kein Aktien-Profi, das ist keine Beratung, das untengeschriebene bitte auf eigene Verantwortung nutzen.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, möchtest Du die thesauriesierten Beträge versteuern, die Ausschüttungen versteuert für Dich die Bank. Das Problem existiert nur bei thesaurisierenden Fonds mit Domizil im Ausland.

Die Formel für das selbst berechnete "Einkommen" (im Einführungszeichen, weil Du das Geld gar nicht in die Hand bekommst) würde ungefähr so aussehen:
Anzahl der Einheiten die Du zur Zeit der Dividendeauszahlung* hattest mal thesaurisierte Dividende pro Einheit. (*Auszahlung in diesem Fall = Thesaurisierung)
Die Dividende nimmst Du vom Bundesanzeiger, die Anzahl der Einheiten aus Deinem Brokerkonto-Auszug. Die restlichen Informationen sind für diese Berechnung irrelevant.
Diesen Betrag muss man als bisher nicht versteuertes Einkommen in KAP eintragen, am besten mit einer Excel-Übersicht, so dass die Beamten die Verbindung zwischen dem blöden Satz auf der Jahresbescheinigung und einem Euro-Betrag erkennen können. Ich mache das seit 3 Jahren oder so und hatte bisher nie Probleme.

TL;DR: ein Wert - ja. Rest ignorieren.

FliXFantatier

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Re: Mustachianism applied to German way of life // Deutsche MMM Ratschläge
« Reply #399 on: March 04, 2015, 10:19:39 PM »
Thanks!