Author Topic: FIRE in Germany: Health insurance // Krankenversicherung  (Read 810 times)

WerKater

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FIRE in Germany: Health insurance // Krankenversicherung
« on: August 09, 2015, 04:19:43 AM »
After I converted to Mustachianism about half a year ago, I have ramped up my savings rate, I invest everything in low-cost index funds and I dream about finally being free a lot (I was pretty frugal even before my conversion, so I got a good head-start). By my best estimates, it will be about 5-7 years before I can FIRE.
I have most of my necessary expenses figured out quite well, but the one remaining issue that I am lacking a good understanding of is how to get health-insurance efficiently once I am no longer working (most Germans are in the public health insurance system which is more or less tied to being an employee. The laws have obviously not exactly been written with Mustachians in mind).

I will continue in German since the question is very specific to Germany. Of course, comments in English are also welcome. Here's what I know/think to know:

Switching to German now
Derzeit bin ich (verpflichtend) in der gesetzlichen KV, mein AG und ich zahlen also zusammen ca. 15.5% meines Bruttogehalts.

Optionen im Ruhestand:
Freiwillige Gesetzliche KV
Kostet ebenfalls ca. 15.5%, aber gerechnet auf das Gesamteinkommen. D.h. mein Brutto-Einkommen muss bis zu ca. 18.3% höher ausfallen als wenn man die KV außer Acht ließe. (Genaugenommen dürften meines Erachtens die 18.3% nur dann stimmen, wenn die gesamte Entnahme aus dem Vermögen auch als Einkommen zählt. Aber eigentlich dürfte nur der Ertragsanteil zählen. Zumindest am Anfang ist der effektive Beitragssatz also niedriger).
Zu bedenken ist noch der Mindestbeitrag von 132.30€/Monat. Man kann auf den Krankengeld-Anspruch verzichten, dann wird der Beitrag 0.6 %-Punkte billiger.
Der Beitrag wird für jedes Jahr im Voraus von der Krankenkasse festgelegt, man kann dann ggf. nachweisen, dass man voraussichtlich in dem Jahr geringere Einkünfte haben wird, als die Krankenkasse annimmt.
Stellt sich im Nachhinein heraus, dass die Einnahmen höher als erwartet waren, muss man entsprechend Beiträge nachzahlen. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass die Einnahmen niedriger als erwartet waren, gibt es keine Rückerstattung.

Vorteile: Speziell mit relativ geringem Ruhestandseinkommen (was ich als genügsamer Mensch tendenziell eher anstrebe) vermutlich deutlich günstiger als private Versicherung, Möglichkeit der Familienversicherung wenn man Kinder hat.
Das Verfahren mit möglicher Beitragsnachzahlung aber keiner Rückerstattung finde ich zwar grundsätzlich außerordentlich bescheuert und unfair, aber wenn man den Großteil seines Einkommens aus dem Verkauf von Fondsanteilen erhält, kann man sein Einkommen ja recht genau kontrollieren.

Sobald man gesetzliche Altersrente bezieht (bei mir ab 63 möglich) wird es günstiger, weil man in die gesetzliche KV der Rentner kann (dann zahlt man nur noch ca. 8% der Rente als Beitrag).
Voraussetzung für letzteres: Man muss "in der zweiten Hälfte der Erwerbszeit mindestens zu 90 Prozent gesetzlich versichert gewesen sein". Weiß übrigens jemand genau, was da mit Erwerbszeit gemeint ist? Vor allem wenn ich mit Mitte/Ende 30 aufhöre zu arbeiten?
Ich vermute ja die rechnen die Erwerbszeit einfach generell bis zum offiziellen Renteneintritt...

Private KV
Beitrag nach Risiko. Ich habe nicht die geringste Ahnung was es mich kosten würde. Möglicherweise bessere Leistungen(?). Wechsel in die gesetzliche KV im Alter nicht mehr möglich, möglicherweise (oder sicher?) wird es dann teuer.

Die Trick-Lösung:
Nicht ganz aufhören zu arbeiten. Mit einem Job mit mehr als 450€ Brutto-Gehalt (also einem "Midi-Job") bleibt man versicherungspflichtig in der gesetzlichen KV und spart sich die ganze Problematik.

Insgesamt scheint in meinem Fall die freiwllige gesetzliche Versicherung besser als die private Versicherung. Die Trick-Lösung ist finanziell offensichtlich die beste, aber einen geeigneten Job muss man natürlich auch erstmal finden. Und so richtig frei ist man damit auch nicht.
Sie bietet sich aber vielleicht als Zwischenlösung an (wenn ich mal als Ziel ansetze, dass man möglichst früh möglichst wenig arbeiten möchte): Sobald man genug Vermögen hat, um seine Ausgaben exklusive Krankenversicherung zu decken, wechselt man in einen Midijob (vorausgesetzt, es findet sich ein geeigneter). Durch das zusätzliche Einkommen kann das Vermögen weiter wachsen, bis es irgendwann auch die Ausgaben inklusive Krankenversicherung deckt.

Gedanken, Tips? Hat's schon jemand gemacht? Was plant ihr?

brainfart

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Re: FIRE in Germany: Health insurance // Krankenversicherung
« Reply #1 on: August 09, 2015, 05:52:46 AM »
Privat wird wohl extrem teuer im Alter.
Eine nahe Verwandte macht die Trick-Lösung. Arbeitet 20-30% oder so, 2 mal die Woche halbtags, damit ist die Krankenversicherung abgedeckt und nebenher hat sie dann noch ein Gewerbe angemeldet, wo dann richtig Geld verdient wird.

Ich plane gar nichts, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Mit dem Problem befasse ich mich, wenn es soweit ist. Bis dahin wird sich einiges ändern und alle Planungen über den Haufen werfen.

Lordy

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Re: FIRE in Germany: Health insurance // Krankenversicherung
« Reply #2 on: August 09, 2015, 02:49:52 PM »
Hallo,

aus meiner Sicht ganz klar erstmal in der GKV bleiben und zusehen, das man irgendwie sozialversicherungspflichtig bleibt.
Als Trick würde ich das nicht bezeichnen, eher als goldenen Mittelweg ;-)

Gruß,
  Steve